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Welche 5 Faktoren ich beim Klettern brauche, um mich wohlzufühlen

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Eine wichtige Sache vergessen wir oft. Diese eine Sache gehört zu den (manchmal) unsichtbaren Dingen, die fürs Klettern entscheidend sind. Wovon ist die Rede? Von deinem Energiehaushalt. Hier teile ich mit dir, welche 5 Faktoren ich brauche, um meinen Energiehaushalt beim Klettern hochzuhalten und mich wohlzufühlen.

Wenn mein Freund und ich zum Klettern an den Fels gehen, dann sind wir dort nicht bloß für eine Stunde, sondern mindestens für einen halben bis ganzen Tag.

Damit ich mich am, vorm und neben dem Fels wohlfühle, sind mir verschiedene Dinge wichtig. Schließlich ist mein Energiehaushalt über den Tag verteilt nicht immer gleich und auch die äußeren Bedingungen tragen dazu bei, wie ich mich fühle.

Bewusst geworden ist mir das neulich wieder sehr deutlich, als wir in einem Sektor gelandet sind, in dem es vor Kletterern nur so gewimmelt hat.

Die Routen, die wir klettern wollten, lagen zum Glück ein wenig abseits vom Hauptfels, worüber ich sehr dankbar war.

Und damit kommen wir schon zum ersten Punkt, den ich brauche, um mich am Fels wohlzufühlen:

1. Ruhe

Ich bin grundsätzlich ein Mensch, der Ruhe liebt. Beim Klettern brauche ich sie aber ganz besonders, um mich konzentrieren zu können.

Wenn ich mit zu vielen Außenreizen in Form von Lärm konfrontiert werde, kostet es mich ein hohes Maß an Energie, diese auszublenden. So geht es mir auch, wenn ich in einer Stadt bin: zu viele Reize, zu viel Ablenkung!

Die Energie, die ich aufbringen muss, um die Ablenkung auzublenden, fehlt mir dann beim Klettern bzw. ich halte weniger lange durch.

Aber auch als Sicherer finde ich es extrem anstrengend, gegen einen Lärmpegel anzubrüllen und ständig fragen zu müssen, was mein Kletterpartner gerade gesagt hat.

Und dann kommt ja noch meine Angst beim Klettern dazu. Die Auseinandersetzung damit verlangt mir ebenfalls viel Energie ab.

Letztens habe ich gelesen, dass man andere Kletterer bitten soll, sich ruhig zu verhalten, wenn einem das wichtig ist, aber ganz ehrlich? Ich halte es für Blödsinn, andere umerziehen zu wollen.

Vielleicht gefällt ihnen genau diese Lebhaftigkeit ja gut und sie fühlen sich damit wohl. Dann ist das genauso ihr gutes Recht wie mein Bedürfnis nach Ruhe.

Wenn es mir also am Fels zu trubelig zugeht, dann mache ich häufiger Pausen und ziehe mich an einen ruhigen Ort zurück. Wenn das nicht geht, kann es auch passieren, dass ich an diesem Tag einfach nicht klettere und nur sichere.

2. Konzentration

Die Konzentration hängt zwar ein wenig mit der Ruhe zusammen, aber nicht ausschließlich. Sie kann nämlich auch durch andere Faktoren gestört werden, in diesem Fall meinen Freund.

Er kommt eigentlich aus dem Boulderbereich und dort ist es üblich, sich mit Tipps zu helfen und anzufeuern.
Beim Klettern geht er mir damit aber teilweise echt auf die Nerven. Finde ich nicht innerhalb kürzester Zeit den nächsten Griff oder Tritt, kommt er direkt mit einem Rat um die Ecke.

Dadurch nimmt er mir die Chance, selber eine Lösung für das Problem zu finden und mich auszuprobieren.

Stattdessen muss ich sein gutgemeintes Gequatsche ausblenden, was dazu führen kann, dass es irgendwann ein „Jetzt sei halt mal still“ von oben runterhagelt. Inzwischen kennen wir uns aber so gut, dass er mir das nicht übel nimmt.

3. Aufmerksamkeit

„Sag mal, bist du bei mir?“

Wenn ich klettere, brauche ich die Aufmerksamkeit meines Kletterpartners.

Dabei ist es egal, ob ich im Vorstieg oder Nachstieg klettere. Ich habe einfach kein gutes Gefühl, wenn der andere angeregte Unterhaltungen führt, während ich am Fels rumturne. Genauso irritiert es mich, wenn er auf einmal einen Kletterer in einer Route nebenan anfeuert, während ich mich gerade selber "hoch zittere".

Für mich bedeutet das im Umkehrschluss übrigens auch, dass ich andere beim Klettern oder Sichern nicht in Gespräche verwickele. Dafür ist später noch immer Zeit.

Und auch beim Sichern ist es für mich selbstverständlich, mit meiner Aufmerksamkeit beim anderen zu sein!

4. Gute Laune

Klettern ist für mich eine Beschäftigung, die mir Spaß machen soll.

Was mir keinen Spaß macht, sind schlechte Laune, Hektik oder extreme Verbissenheit.

Um mich am Fels wohlzufühlen, brauche ich daher eine entspannte Atmosphäre.

Meine eigene Laune kann dabei durchaus mal ins Schwanken geraten, wenn meine Angst mal wieder Überhand gewinnt. Dann heißt es für mich, mir etwas Gutes zu tun, um mich wieder zu sammeln.

5. Essen

In dem Maße, wie mein Hunger steigt, sinkt meine gute Laune.

Also muss ich beim Klettern sicherstellen, dass ich etwas zum Essen dabei habe.

Meistens nehmen wir Obst, Gemüse, Brot und Käse mit, manchmal wandern auch ein paar süße Sachen oder Nüsse mit in den Rucksack.

Etwas, das ich besonders gerne zum Klettern mitnehme, ist Hummus. Zusammen mit Brot oder Gemüse füllen die pürierten Kichererbsen meinen Energiespeicher schnell wieder auf.

Ebenfalls echte Energiebomben sind Avocados. Gerade in Spanien waren diese ein fester Bestandteil unseres Kletter-Essens am Fels. Da Kauen bekanntlich entspannend wirkt, ist Essen für mich mehr als reine Nahrungsaufnahme.

Fazit

Klettern ist die Konzentration auf das Wesentliche. Zum Wesentlichen gehört für mich auch, die Rahmenbedingungen zu kennen, um sich bei diesem Sport wohlzufühlen.

Gerade wenn du ein ängstlicher Kletter bist, ist es hilfreich, dass du deine Bedürfnisse kennst und sie offen kommunizierst.

Damit tust du nicht nur dir selber etwas Gutes, sondern hilfst auch deinem Kletterpartner, dich besser zu verstehen und zu unterstützen.

Was brauchst du, um dich am Fels wohlzufühlen?

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