Mehrere Monate unterwegs sein mit dem Rucksack. Das ist als reiner Backpacker schon gar nicht so leicht, als Kletterer noch weniger. Hier erzähle dir, was auf meiner Packliste für 3 Monate Chile steht. Vielleicht hast du auch den einen oder anderen Tipp?
Endlich geht’s wieder nach Chile. Ich kann’s kaum erwarten. 3 Monate klettern, trekken, fotografieren, filmen. Und zwischendurch mal meine Familie und Freunde besuchen.
Ich bin gespannt, wie das Land sich verändert hat. Das letzte Mal war ich in 2012/2013 dort und es hat sich viel getan. Auch in den Klettergebieten.
Die letzten Wochen habe ich meine Fotoausrüstung erweitert und im Globetrotter nochmal den Geldbeutel richtig schlank gemacht. Jetzt saß ich vor einem Haufen Chaos und habe gemerkt: Wenn das alles mit soll … dann wird das echt schwierig! Dann muss ich mehrmals umpacken und schauen, was noch geht und was nicht.
Wenn du etwas Ähnliches vorhast, mal für mehrere Wochen oder sogar Monate zu verreisen und dort zu klettern, wirst du wahrscheinlich eine ähnliche Herausforderung haben. Je nachdem, was deine Vorlieben sind.
Bei mir ist es neben dem Klettern die Fotografie, die das Gepäck schwer macht.
"Mit wem verreise ich?"
Wenn ihr zu zweit verreist oder zu mehreren, könnt ihr das Gepäck aufteilen und müsst vielleicht nicht jedes Gramm prüfen. Das erleichtert die Sache sehr, weil man vieles zusammen nutzen kann.
Wenn du allein unterwegs bist, sieht es anders aus. Willst du nur bouldern oder auch klettern? Beim Bouldern spart man sich viel. Als Kletterer ist es schwieriger. Aber auch da geht es.
Mein Freund Álvaro hat mal eine Weltreise gemacht und ist in faszinierenden Gebieten geklettert. Er hatte sein Seil dabei und nur wenige und leichte Expressschlingen. Er meinte, dass er sowieso Kletterpartner kennenlernen würde, Expressschlingen müsste es immer geben. Hat auch geklappt.
Der Vorteil, wenn man alleine unterwegs ist, ist dass man anderen Leuten meistens offener begegnet. Damit kommt man schneller zusammen und kann sich gegenseitig aushelfen. Natürlich bleibt das eine Abschätzungssache. Gerade wenn man mit Unbekannten klettert, muss das Vertrauen da sein.
Und man kann sich nicht immer darauf verlassen, dass man gerade an diesem bestimmten Ort die passenden Leute kennenlernt. Das Wichtigste sollte mit. Aber vielleicht kannst du bei der Anzahl trotzdem ein bisschen Gewicht reduzieren.
"Was kann ich vor Ort kaufen?"
Das hängt von der Qualität und von dem Preis ab. Bei manchen Sachen ist Qualität wichtig, bei anderen Sachen weniger. Ausrüstung würde ich nur vor Ort kaufen, wenn es dort günstiger ist und wenn die Qualität gut ist. Auch für Konsumsachen kann man sich die Frage stellen. Für manche Sachen ist es vorteilhafter, sie zuhause zu besorgen.
Welche kleinen Sachen ich hier besorgen würde:
- Wandersocken – auch wenn ihr nicht wandert, beugen sie Blasen vor
- Blasengel
- Sonnenmilch mit hohem Faktor
- Reiseapotheke
- ggf. Filtertabletten für’s Trinkwasser
- Insektenschutz
- Chalk
Wovon ich nur ein bisschen mitnehmen und vor Ort lieber nachkaufen würde:
- einfache Kleidung: zusätzliche Socken, T-Shirts, Hose
- Standard-Hygieneartikel: Duschzeug, Zahnpasta, Zahnseide, feuchte Tücher
- Energieriegel und Snacks
Meine Packliste
Für eine Packliste kann man sich eine geordnete Liste machen, auf der man der Reihe nach alles abhaken kann. Ich finde Mind-Maps praktischer. Es ist visueller und ich finde, man hat einen besseren Überblick. Hier ist meine Packliste, die ich mir zusammengestellt habe:
Noch ein paar Tipps zum Einchecken
Je mehr man mitnimmt, desto umständlicher und schwerfälliger ist man unterwegs. Ganz klar.
Trotzdem ist es manchmal schwer, mit weniger auszukommen. Wenn du nicht gerade Minimalist bist und etwas mehr mitnehmt, wirst du wahrscheinlich schnell an die Gewichtsgrenze kommen. Hier noch ein paar Tipps, wie du einfacher durchkommst:
- Standard-Tipp: Die schwersten Sachen anziehen (z.B. die Wanderschuhe), viel anziehen und später in Stofftaschen packen.
- Taschen vollmachen: Welche der Kleidungsstücke im Gepäck hat Taschen, in die schwere Sachen (z.B. Akkus, Festplatte) passen? Interessant für kürzere Trips: Eine AyeGear-Weste macht vielleicht Sinn, wenn du nur mit Handgepäck verreist und noch mehr Taschen brauchst. Für längere Reisen wird man damit aber zum Packesel.
- Aufpassen mit Kletterausrüstung im Handgepäck: Manche Fluglinien machen ggf. Probleme, wenn du das Seil oder Chalk (“Dealen Sie?!”) im Handgepäck dabei hast.
- “Ein zusätzlicher Gegenstand”: Viele Fluglinien erlauben neben dem Handgepäck einen zusätzlichen Gegenstand, wie eine Handtasche oder eine Kamera. Was wiegt am meisten und könnte als zusätzlicher Gegenstand durchgehen? z.B. das Zelt (ohne Stangen), die Kamera mit dem schwersten Objektiv, …
- Wenn das Crashpad mit dabei ist: Bei manchen Fluglinien kannst du zwei Gegenstände einchecken, die ein Maximalgewicht haben dürfen. Wenn das nicht möglich ist, musst du das Crashpad als eigenes Gepäckstück aufgeben. Da das Pad nicht so schwer ist, kannst du weitere (schwere) Sachen reinpacken und das Pad gut verpacken.
Zusammengefasst
Sich vorher Gedanken mit einer unkomplizierten und übersichtlichen Packliste zu machen reduziert das Umpacken und Stress.
Wenn du mit anderen unterwegs bist, klärt ab, wer was mitnimmt und wo ihr sparen könnt. Auch wenn es gewichtsmäßig Vorteile hat, Minimalist zu sein, ist das manchmal nur schwer umsetzbar. Vor allem, wenn du mehrere Monate unterwegs bist. Manche Sachen kannst du zwischendurch sicher auch mal in einem Hostel einschließen lassen und musst nicht immer mit dem gesamten Gepäck unterwegs sein.
Wo warst du schon mal für längere Zeit unterwegs? Welche Tipps hast du noch für die Packliste oder ganz allgemein zum Gepäck? Ich gehe mal weiter ans Packen und freue mich deine Ideen.
