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Vorsätze für 2015: So klappt’s vielleicht doch noch

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Mehr klettern, beweglicher werden, eine gesündere Ernährung, weniger Stress zulassen, … wer kennt sie nicht, die guten (Kletterer-)Vorsätze? Vorsätze für sich bringen wenig, weil es oft an der Umsetzung fehlt. Der Umkehrschluss: Alles dabei belassen, wie es gerade ist – und wenn eine Veränderung hermuss, dann soll’s so sein. Trotzdem ist der Jahreswechsel eine Chance für neuen Schwung und Veränderung mit konkreten Schritten. Mit diesen Ideen kannst du vielleicht den Schwung nutzen und dieses Jahr aktiv gestalten mit all dem, was dir wichtig ist.

Über Silvester haben Carlos und ich das Jahr mit ein paar Schneeschuhtouren ausklingen lassen.

Schneebedeckte Berge und Bergtäler im Kontrast zum strahlend blauen Himmel, kaum eine Menschenseele unterwegs, Ruhe.

Dieser Rückzug hat richtig gut getan und mich auf das Jahr 2014 zurückblicken lassen. Es ist sehr viel bei ClimbingFlex passiert, was mich sehr gefreut hat. Die Zeit für’s Klettern und für einige andere Dinge kam bei mir allerdings viel zu kurz – etwas, was ich für 2015 ändere.

Vielleicht geht’s dir auch so, dass du gerne etwas mehr Zeit mit anderen Aktivitäten verbringen möchtest wie klettern oder reisen, oder dass du mehr Yoga machen und beweglicher werden möchtest.

Hier teile ich mit dir ein paar Ideen, die mir geholfen haben und helfen, Vorsätze – oder nennen wir sie besser aktive Veränderungen – nicht nur anzudenken, sondern sie konkret ins Leben zu holen.

Bilanz ziehen und Schritte terminieren

Genauso wie jede Reise ein mehr oder weniger konkretes Reiseziel hat, müssen wir festlegen, was wir in Bezug auf die aktive Veränderung erreichen wollen.

Erst wenn der aktuelle Status klar ist und wir für uns wissen, was in Ordnung ist und was nicht, können weitere Schritte folgen. Das kannst du entweder gedanklich machen, oder aber schriftlich, was viel stärker ist und meiner Meinung nach einen viel größeren Einfluss hat.

Je konkreter der Status und das Ziel ausformuliert sind, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, die notwendigen Schritte zu unternehmen.

Wenn das Ziel nicht klar und stark ist, werden Ausreden immer gewinnen.

Die notwendigen Schritte, die uns zum Ziel führen, werden umso einfacher, je kleiner und konkreter sie formuliert sind. Dazu ist das Eintragen in einen Kalender die einfachste Möglichkeit, sich permanent Zeitfenster dafür zu reservieren und sich daran zu erinnern, z.B. als Serientermin im Handy oder in Papierkalender.

Wirkungsvoll und vielleicht schmerzhaft: Die Selbstverpflichtung

In meinem Buch ClimbingFlex habe ich im Kapitel “Yoga für den Kletter-Alltag” ein paar Tipps dazu geschrieben, wie es dir leichter fallen kann, Yoga regelmäßig zu praktizieren. Eine sehr wirksame Technik, die – je nachdem, wie intensiv du sie anwendest – etwas schmerzhaft sein kann, ist die Selbstverpflichtung.

Wie sieht das aus? Nehmen wir an, du möchtest beweglicher werden und 15 Minuten Yoga täglich erscheinen dir realistisch, dich besser zu fühlen. Dann verpflichtest du dich dazu, jeden Tag 15 Minuten an der Beweglichkeit zu arbeiten, und hältst das schriftlich in einer Art Vertrag mit dir selbst fest.

So kann eine Selbstverpflichtung aussehen. Noch formaler und wirksamer ist es, diese Erklärung mit Datum und Unterschrift zu versehen.

In diesem Vertrag schreibst du auch hinein, was passiert, wenn du die Verpflichtung nicht einhalten kannst. Ein paar Ideen dazu: Eine Spende an eine bedürftige Organisation (oder noch wirksamer: an eine Partei oder eine Organisation, die du zutiefst verachtest), eine Runde für deine Kletterfreunde ausgeben, eine Aktion, die dich viel Mut und Überwindung kostet.

Was du als “Preis” wählst, ist völlig gleich – aber je mehr Überwindung es dich kostet und je schmerzhafter es ist, desto größer ist die Wirkung.

Die Wirkung wird maximal, wenn du eine “externe Kontrolle” einschaltest. Das kann ein guter Freund sein, der ebenfalls in irgendeiner Form davon profitieren sollte. Zum Beispiel indem du ihn ebenfalls bei seinen Zielen unterstützt, ihm etwas ausgibst, wenn du die Verpflichtung nicht einhältst etc.

"Wie kann ich dabei Spaß haben?"

Die Selbstverpflichtung ist die Kontrolle, um dranzubleiben.

Die jedoch wichtigste Basis dafür ist unserer aktiven Veränderung die größtmögliche Freude und Spaß, und dem aktuellen Status den größtmöglichen Schmerz zuzuordnen.

Denn der Mensch ist einfach gestrickt: Wir möchten mehr Spaß haben und Schmerzen vermeiden. Indem wir den Übungen auf der Matte mehr Bedeutung und Spaß geben, und der Alternative auf der Couch mehr Schmerz zuordnen, wird es emotional viel leichter, die Übungen tatsächlich zu machen.

Das heißt konkret am Beispiel Yoga: Übe mit einer Yoga-Matte, auf der du dich wohlfühlst, leiste dir passende Kleidung, die dein Energieniveau steigert, suche dir eine freie Ecke in einem Zimmer, wo du deine Matte schnell und einfach ausrollen kannst, und integriere auch Übungen in dein Training, die dir leichtfallen und bei denen du das Gefühl hast, dass du dort schon weiter bist.

Übertragen auf andere aktive Veränderungen bedeutet das, dass du es dir so leicht wie möglich machst, die notwendigen Schritte zu unternehmen, und dabei Spaß zu haben, und es dir mit Hilfe der Selbstverpflichtung so schwer wie nur möglich machst, die notwendigen Schritte zu unterlassen.

Wenn das "Drumherum" stimmt, macht es noch mehr Spaß! Unentbehrlich für eine regelmäßige Yoga-Praxis: eine rutschfeste Matte, auf der du dich wohlfühlst.

Zusammengefasst

Vorsätze in Form von Wünschen sind zu unkonkret und meist nicht stark genug, um wirklich eine Veränderung zu bewirken.

Mehr als unter dem Jahr, in dem wir meist sehr beschäftigt und abgelenkt sind, kann jedoch der Jahreswechsel neuen Schwung geben zur aktiven Veränderung.

Aus meiner Erfahrung hilfreiche Faktoren dafür sind: Am besten schriftlich eine Bilanz ziehen, um zu bestimmen, was du verändern möchtest und die konkreten Schritte terminlich festzuhalten.

Ebenfalls wichtig ist eine gewisse Ernsthaftigkeit und Kontrolle, bei der die formulierte Selbstverpflichtung mit den entsprechenden Konsequenzen hilft, wenn die Verpflichtung nicht eingehalten werden kann. Und schließlich: Es ist entscheidend, es sich so leicht wie möglich zu machen, bei der Umsetzung Spaß zu haben, und es sich so schwer wie möglich zu machen, den formulierten Schritten nicht nachzukommen

Wichtig ist es, bei aller Verpflichtung trotzdem flexibel zu bleiben, wenn es erforderlich ist. Situationen und Umstände ändern sich, so dass es manchmal mehr Sinn macht, das Ziel oder die entsprechenden Schritte anzupassen, als auf Teufel komm raus dranzubleiben.

Wie können Ziele im neuen Jahr umgesetzt werden – was denkst du darüber?

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