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Wie beweglich muss man für Yoga sein?

beweglich

“Yoga? Dafür bin ich zu unbeweglich”, bekomme ich oft zu hören. Meine Standardantwort: “Durch’s Nichtsmachen wird es sicher nicht besser”, und ernte daraufhin betroffene Blicke. Tatsächlich gibt es viele Yoga-Haltungen, die viel Flexibilität erfordern, wenn man sie korrekt ausführen und dem Körper keinen Schaden zufügen möchte. Deshalb die Frage: Wie beweglich muss man tatsächlich für Yoga sein?

Vorab: Beweglichkeit hat viele Schubladen. Beim Klettern sehen wir, dass es vorteilhaft ist, hoch anstehen zu können, also in den Beinen und Hüften beweglich zu sein. Auch ein beweglicher Rumpf und Oberkörper helfen, zum Beispiel beim Eindrehen in einem Überhang oder bei einem weit entfernten Griff. Diese “Beweglichkeits-Schubladen” reflektieren sich auch in den Arten von Yoga-Haltungen.

Eine Übersicht: Kategorien von Yoga-Haltungen

Wenn wir Yoga-Haltungen grob gliedern, können wir diese in folgende Kategorien einteilen:

Besonders in Vorwärtsbeugen, Rückbeugen und Drehübungen machen sich verkürzte Beinrückseiten, eine verkürzte Brustmuskulatur und ein unbeweglicher Rücken bemerkbar – jeweils abhängig von der Intensität der Übung.

Eine stehende Vorwärtsbeuge, die nicht nur im Yoga vorkommt, ist eine klassische Übung, in der man schnell die eigenen Grenzen erkennt.

Aber auch Übungen, die auf den ersten Blick einfach aussehen, können es in sich haben, wie zum Beispiel die intensive Seitenstreckung im Bild. Fast jede Übung lässt sich auf eine Art anpassen, was mir auch sehr wichtig ist, weil jeder Körper individuell ist. Wenn jedoch acht von zehn Übungen angepasst werden müssen, geht der Spaß flöten.

Was kann man also machen, wenn man unbeweglich ist und mit Yoga beginnt?

Diese Seitenstreckung ist in dieser Ausführung nur für Kletterer mit einer gewissen Beweglichkeit. Die sanftere Variante: Den vorderen Ellbogen auf den Oberschenkel geben.

Wie man als Unbeweglicher mit Yoga starten kann

Als ich mit Yoga angefangen habe, war ich nicht wirklich beweglich. Die Übung “Hund” fiel mir sehr schwer, die Beine waren total verkürzt. Nicht bei allen, aber bei vielen Übungen wird es mit der Zeit besser; der Körper prägt sich die Bewegungsmuster ein.

Wichtig ist, Stück für Stück voranzugehen und dem Körper nicht zu viel auf einmal abzuverlangen.

Genauso gibt es im Yoga jedoch auch viele Übungskategorien, die Spaß machen, für’s Klettern sehr viel bringen und die keine besondere Flexibilität erfordern.

Ein paar Beispiele: Streckungen für den Rücken, gezielte Bauchmuskelübungen für mehr Körperspannung, Standhaltungen, Gleichgewichtsübungen und weitere. Diese kombiniert mit ein paar leichten Übungen, um geduldig und gezielt an der entsprechenden Beweglichkeit zu arbeiten, gibt uns Motivation, was sehr wichtig ist, um dranzubleiben.

Die Standwaage trainiert die Fuß- und Beinmuskulatur und die Körperspannung. Sie ist eine klassische Übung, die für's Klettern vorteilhaft ist und keine besondere Flexibilität erfordert.

Beweglichkeit hängt ab von ...

Diesen Satz weitergesprochen fällt mir zuerst der Körperbau ein. Denn auch das Training noch so sehr auf Beweglichkeit ausgerichtet ist – bei manch einem Kletterer ist noch viel möglich, während bei dem anderen Schluss ist. Mehr dazu findest du hier: “Warum manche Yoga-Haltungen nicht funktionieren”.

Ein weiterer Faktor ist die Tageszeit. Morgens ist der Körper generell etwas steifer und muss erst einmal “warmlaufen” – meiner Meinung nach kein guter Zeitpunkt, um an einer fordernden Haltung für mehr Beweglichkeit zu arbeiten. Leichte und lockernde Übungen am Morgen hingegen geben ein besseres Gefühl zum Start in den Tag.

Angepasst: Wenn der Oberkörper die Drehung nicht komplett ausführen kann, ist die Haltung aus dem Titelbild stabiler, wenn das hintere Bein am Boden statt gestreckt ist.

Und schließlich spielt auch die mentale Einstellung eine Rolle. Wenn wir verkrampft versuchen, beweglicher zu werden und uns in die Haltung zwingen wollen, tun wir uns damit keinen Gefallen. Erst wenn die Gedanken sich entspannen und diese Signale an die Muskeln senden, werden die Anstrengungen effektiver.

Mein Fazit

Die Wahrnehmung der eigenen Unbeweglichkeit als entscheidenden Grund zu nehmen, es dabei zu belassen und nichts zu machen, ist für mich der falsche Ansatz.

Besser: Die eigenen Grenzen (an-)erkennen und dort wo möglich, Schritt für Schritt an der Beweglichkeit arbeiten. Diese Übungen, kombiniert mit Übungen, für die keine besondere Flexibilität erforderlich ist, halte ich für die beste Mischung, um als Kletterer von Yoga einen hohen Nutzen zu haben.

Denn die Vorteile, sich besser zu fühlen und mit einem verfeinerten Gefühl zu klettern, kommen garantiert.

Mich interessiert deine Meinung: Was denkst du, wie wichtig ist die Beweglichkeit im Yoga?

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