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7 Ausdrücke, die du 2016 beim Klettern besser nicht mehr verwendest

Klettern ist Kopfsache. Wenn der Kopf nicht stark ist, werden wir uns beim Klettern immer wieder selbst ausbremsen. Auch wenn wir es gar nicht merken. Was wir denken und was wir zu uns selbst sagen, spielt dabei eine entscheidende Rolle. Der Einfluss der Worte, und welche 7 Ausdrücke du besser aus deinem Vokabular streichst, wenn du beim Klettern weiterkommen möchtest.

Ist es nicht unglaublich, was einige Kletterer alles hinbekommen? Die Profi-Kletterer, Wettkampfkletterer, aber auch Kletterer, die du immer wieder in der Halle siehst.

Was machen diese Kletterer anders? Was passiert bei diesen Kletterern im Kopf? Mich hat das schon immer fasziniert.

Darüber könnte ich ganze Bücher lesen, auch wenn ich sonst wirklich nicht der Lesetyp bin, mit Ausnahme von Programmier- und Fotografie-Literatur.

Aber dieses Thema ist einfach faszinierend, weil ein starker Kopf beim Klettern einen Unterschied macht. Und die Persönlichkeit. Eine meiner Einstellungen, die du vielleicht schon gehört hast, lautet:

Das Klettern hält dir einen Spiegel vor. So, wie deine Persönlichkeit ist, so kletterst du.

Und die Worte, die wir zu uns sagen, beeinflussen unsere Laune, Energie und Persönlichkeit. Es gibt Worte, die stark machen. Und Worte, die uns schwächen.

Als Stefanie und ich uns gefragt haben, welche Ausdrücke uns zurückhalten, haben wir 7 typische und scheinbar harmlose Ausdrücke gefunden. Unbewusst schränken sie aber ein und machen die 100 Prozent Einsatz und Konzentration unmöglich.

#1: "Ich probier's mal"

Probieren muss nichts Schlechtes bedeuten.

Probieren kann Druck herausnehmen, es gleich perfekt zu machen. Andererseits suggeriert es uns, dass wir es beim Probieren belassen. Dann wird die Entschlossenheit fehlen. Bei der Schlüsselstelle werden wir weniger Power haben.

Arno Ilgner hat in seinem Buch “The Rock Warrior’s Way” mal sinngemäß geschrieben, dass wir damit schon vor dem Klettern eine Rechtfertigung schaffen. Macht nichts, wenn die Route nicht klappt. Wir haben es ja nur probiert.

An sich nicht schlimm. Aber es bringt uns nichts, wenn wir weiterkommen und unsere Komfortzone erweitern wollen. Das muss nicht zwingend in Bezug auf den Schwierigkeitsgrad sein. Das passiert mit jeder Route, die wir klettern und in der wir etwas lernen.

#2: "Ich versuch's"

Wie Nike sagt: Just do it!

Hast du mal versucht, dich hinzusetzen? Aber nur versucht? Also dich nicht hingesetzt, sondern zwei Zentimeter über dem Sessel gestoppt?

Das war mal eine anschauliche Übung auf einem Event mit der Botschaft:

Machen ist einfacher als es nur zu versuchen.

“Die Route zu versuchen” ist ein Ausdruck, der noch stärker hemmt als “die Route zu probieren”. Es lässt ein Hintertürchen offen, dass es nicht klappen wird. Wir sagen uns unbewusst, dass die Route zu schwierig für uns ist, dass wir sie vielleicht nicht schaffen werden.

Mit der Absicht, es zu versuchen, werden wir nie mit der Energie und Entschlossenheit klettern, wie wenn wir die Absicht haben, die Route anzugehen oder einfach zu klettern.

#3: "Ich muss"

Nima hat einen coolen Artikel mit dem Titel “Weniger Müssen, mehr Wollen” geschrieben. Der sagt alles dazu! Müssen erzeugt einen künstlichen Druck, in dem man sich zum Opfer der Umstände macht. Ja, es gibt Verpflichtungen. Es hat seinen Preis, wenn wir sie nicht einhalten. Aber wir haben fast immer Optionen.

Und beim Klettern: “Ich muss die Route schaffen” bringt nichts. Wenn der Kopf sagt, “Ich habe Angst, ich muss aber diese Route klettern!” werden wir das Unterbewusstsein gegen uns haben. Emotionen sind stärker als die Vernunft. Wie Nima schreibt, ist es viel hilfreicher, “müssen” durch “wollen” zu ersetzen. Und dann klettert ihr nur das, was ihr wirklich wollt.

#4: "Ich sollte"

Mach dir dein Vorhaben so leicht wie möglich. Vor oder nach dem Klettern bringen 5 Minuten Yoga mehr als gar nichts. So haben der innere Schweinehund und das schlechte Gewissen keine Chance.

Wir wissen, dass es wichtig wäre. Wenn wir aber “sollte” sagen, dann werden wir in 9 von 10 Fällen nichts ändern. “Sollen” ist nicht stark genug!

Ersetz es lieber durch “werden” und am besten mit einem konkreten Datum, wann du damit anfangen willst.

#5: "Ich bin nicht (groß, stark, beweglich, ...) genug

Manchmal gibt’s Routen, die uns echt schwierig erscheinen. Und es kommen sofort Gedanken wie:

Diese Gedanken bringen uns aber nicht weiter!

Wenn so ein Gedanke kommt, frag dich schnell, was du ändern kannst. An der Kraft, Technik und Beweglichkeit können wir bis zu einem gewissen Maß arbeiten. An unserer Größe können wir nicht viel ändern.

Wir können aber nach Alternativen suchen, wie wir den Zug trotzdem schaffen. In der Halle ist das manchmal schwierig, am Fels gibt es aber meistens mehr Optionen.

#6: "Wenn ich mal Zeit habe, ..."

Ist schnell gesagt und wir sind beruhigt, weil wir uns sagen, dass wir es machen werden.

Das Problem: Zeit ist Mangelware.

Ziemlich unwahrscheinlich, dass wir wirklich einmal an den Punkt kommen, dass wir mal Zeit haben und uns dafür dann das Aufwärmprogramm, Yoga etc. vornehmen.

Mach dein Vorhaben konkret. Mach den Zeitpunkt konkret. Und dann schaff dir die Zeit dafür, wenn es dir wirklich wichtig ist.

#7: "Irgendwann ..."

Oder wie der Autor Tim Ferriss in Bezug auf Träume und größere Ziele schreibt: "Someday is a disease that will take your dreams to the grave with you."

“Irgendwann” und “Wenn ich mal Zeit habe” ähneln sich. Es ist zu unkonkret und wird nie passieren.

“Irgendwann” sagen wir wahrscheinlich mehr bei Vorhaben, die gedanklich weiter weg erscheinen. Zum Beispiel bei einer ungewöhnlichen Reise. Oder beim Klettern vielleicht beim Vorstiegsklettern in langen Routen. Oder bei einem systematischen Training.

Wenn du erkennst, dass du etwas willst, dann entscheide dich für einen konkreten Zeitpunkt.

Und dann mach die ersten Schritte, um deine Kraft, Körperspannung, Technik, Beweglichkeit zu verbessern, um Ausgleichsübungen ins Klettern zu integrieren, oder was auch immer.

Fazit: Finde deine Ausdrücke, die dich beim Klettern nicht weiterbringen

Wörter haben eine bewusste oder unbewusste Wirkung auf unsere Emotionen und unsere Handlungen.

Beobachte, was du beim Klettern, davor oder auch danach zu dir und zu anderen sagst.

Find heraus, welche Ausdrücke bei dir einen Knopf drücken und welche Ausdrücke dich unbewusst stören. Wenn du den Eindruck hast, dass es keine Störenfriede gibt, frag dich umgekehrt, welche Gedanken dich von den 100 Prozent Power und Entschlossenheit beim Klettern abhalten.

Was meinst du, welche weiteren Ausdrücke gibt es, die uns beim Klettern zurückhalten?

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