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Vegan und Klettern. Passt das zusammen?

Vegan und klettern

Vegan und klettern, ein sehr spannendes Thema, wie ich finde. Ich frage mich: Hat man als Veganer genügend Power zum Klettern? Schließt sich das aus oder funktioniert es gut?

Ich war mehrere Jahre Vegetarierin. Ich hatte keine Lust auf Fleisch. Und vor allem wollte ich auch von der Massentierhaltung Abstand nehmen.

Wenn mich heute jemand fragt, ob ich Vegetarier bin, sage ich "Nein, bin Flexitarier".

"Was ist das bitte?" lautet dann die verdutzte Gegenfrage.

Ein Flexitarier ernährt sich hauptsächlich vegetarisch, macht aber auch Ausnahmen. Wenn mal Fleisch konsumiert wird, wird Wert darauf gelegt, wie es produziert wurde.

95% meiner Ernährung ist vegetarisch. Aber eben nicht streng vegetarisch. Ich esse selten auch mal etwas Fleisch oder Fisch, zum Beispiel auf Familienfesten oder auf Grillpartys in Chile. Oder ein paar Mal im Jahr von einem Bauern in der Nähe. Hin und wieder Joghurt, Sahne, selten Käse und Eier gehören im Moment dazu.

Trotzdem frage ich mich:

Welche Ernährungsform ist eigentlich gesund?

Es existieren so unglaublich viele Ernährungstheorien, die teilweise widersprüchlich sind.

Wer soll da noch durchblicken??

Vegan und klettern geht. Wie sinnvoll ist es?

Wenn ich "vegan und klettern" höre, gehen mir mehrere Sachen durch den Kopf.

Die grundsätzliche Vegan-Idee finde ich gut. Ich finde den Konsum von Fleisch und tierischen Produkten weit übertrieben. Und es gibt genügend Auswahl an Essen und man kann was echt Leckeres daraus zaubern.

Aber es gibt drei Fragen, die mich dabei zurückhalten:

  1. Ist das auf Dauer gesund?
  2. Womit muss ich mich beschäftigen, um dafür zu sorgen, dass es gesund ist?
  3. Und: Habe ich genügend Energie und Power fürs Klettern?

Diese Zutaten kommen manchmal in unseren Smoothie, den wir zum Klettern mitnehmen. Grüne Smoothies, mit Körnern und Samen aufgepeppt, finde ich zum Klettern genial. Es gibt mir 3 Mal mehr Energie als ein Käsebrot. Aber wie ist Dauer-Vegan-Sein fürs Klettern?

Ich habe dazu mal geschaut, wer sich vegan ernährt und würde mich freuen, wenn auch du von deiner Erfahrung berichten kannst (entweder von dir selbst oder jemanden, den du kennst).

Steph Davis: Sei bewusst. Vegan ist nicht gleich "clean eating".

Steph Davis gehört zu den bekannten Kletterern, die vegan leben. Mich hat interessiert, was sie zu den Themen "vegan und gesund" und Energie denkt.

Auf ihrem Blog schreibt sie, dass es darum geht "sauberer" zu essen.

Du kannst als Veganer nur Pizza ohne Käse oder Weißbrot mit Erdnussbutter essen. Gesund ist es nicht.

Das ist natürlich etwas übertrieben. Aber es gibt genügend verarbeitete, vegane Lebensmittel, die viel Fett und Zucker beinhalten und als "gesund" getarnt werden.

Es ist mehr eine Einstellungssache, ein Lebensstil, meint Steph. Es geht darum, mehr unverarbeitete Lebensmittel. Essen, bei dem du weißt, was drin ist.

Stefi: Es gibt viele Alternativen. Nur der Energiehaushalt ist wichtig.

Unsere Freundin Stefi aus Chile ist vegan und Yogalehrerin, klettert stark und hat mit La Coneja (ihre Mini-Bäckerei mit selbst hergestellten veganen Muffins) eine Vorliebe fürs Backen.

Einmal waren wir bei ihr, als sie das Essen für einen mehrtägigen Klettertrip in Argentinien gepackt hat.

Findest du es schwierig, für einen Klettertrip veganes Essen zusammenzustellen?

Überhaupt nicht, meinte sie. Bei einem Klettertrip noch viel weniger als sonst. Es gibt genügend Alternativen. Hülsenfrüchte, Aufstriche, Brot, Obst und Gemüse.

Die Herausforderung ist nur der Energiehaushalt im Allgemeinen, sagt Stefi. Sich so vielseitig zu ernähren, dass du dich nicht müde fühlst oder dass dir was fehlt.

Jan und Jenny: Funktioniert, aber nur, wenn du dich damit auseinandersetzt

Unsere Freunde Jan und Jenny sind auch Veganer. Als unser Freund Eddi den Veggieman, den ersten vegan-vegetarischen Lieferdienst in Nürnberg, eröffnet hat, haben wir uns darüber ausgiebig unterhalten.

Jenny meinte, dass es nicht immer einfach ist:

"Mit starrem Vegan-Denken schlägst du deinen Freunden und deiner Familie manchmal vor den Kopf. Vegetarisch verstehen die meisten. Vegan nicht. Wenn wir wo eingeladen sind, essen wir auch mal Milchprodukte."

Diese offene Haltung "Prinzipiell vegan, aber nicht auf Teufel komm raus" finde ich gut.

Schlimm finde ich diejenigen, die das Missionieren anfangen. Das gilt aber für beide Seiten. Sowohl für die Fleischesser als auch für die Veganer.

Jenny macht gerade berufsbegleitend ein Ernährungsstudium und beschäftigt sich intensiv mit dem Thema. Sie sagt, dass es auch wichtig ist, sich mit den Nährstoffen auseinander zu setzen.

"Wir machen ab und zu Bluttests. Wenn wir sehen, dass unsere Blutwerte nicht stimmen, würden wir umstellen. Aber ohne mein Studium, fände ich es sehr schwer, ernährungsmäßig wirklich durchzublicken."

Das ist ein echt wichtiger Punkt, finde ich: der Sache auf den Grund gehen, wenn's dir nicht gut geht.

Für viele Leute (egal welche Ernährung) ist es mittlerweile so normal geworden, sich müde zu fühlen. Sie haben das Gefühl dafür verloren, wie es ist, sich voll vital und energiegeladen zu fühlen.

Gleichzeitig finde ich das schwierig. Blutwerte sagen mir nichts. Höchstens anhand von Referenz-Werten.

Nährstoffe spielen auf jeden Fall eine wichtige Rolle.

Dann gibt's für mich weitere Faktoren für den Energiehaushalt. Ich denke da an Schlaf, Luftqualität, Atemgewohnheit, emotionale Ausgeglichenheit, digitaler Detox.

Was DAV Panorama zu vegan und klettern meint

In der Mai-Ausgabe 2016 erschien der Artikel "Fit und stark auch ohne Fleisch" von Alexandra Albert, Sportmentaltrainerin und Sporternährungsberaterin.

Hier die wichtigsten Punkte:

Den Artikel fand ich sehr gelungen, weil er sich nicht von vornherein auf eine Sichtweise versteift, sondern viele Aspekte aufzeigt und verständlich bleibt.

Fazit

Wenn Steph mit ihren Big Walls solche Leistungen schafft, ist das für mich ein Beispiel, dass vegan und klettern auf jeden Fall funktionieren können.

Voraussetzung ist, dass das Gesamtbild stimmt. Das kann von Person zu Person anders aussehen. Deswegen sind Beispiele eine gute Inspiration, aber das heißt nicht, dass es wirklich für jeden funktioniert.

Ich überlege, die diesjährige Fastenzeit mal wieder für ein Experiment zu nutzen. Ob der Zeitraum ausreichend ist, um wirklich etwas darüber sagen zu können, weiß ich nicht. Andererseits wäre es einen Versuch "auf Zeit" wert.

Mich interessiert brennend, was du zu "vegan und klettern" denkst. Ernährst du dich vegan? Oder hast du es mal ausprobiert? Wen kennst du, bei dem es funktioniert (oder auch nicht)?

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