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Verspannungen durch Emotionen?

verspannungen

“Die Angst saß mir im Nacken!” – wer kennt sie nicht, diese bildhaften Vergleiche, die beschreiben, wie man sich gerade fühlt? Grund genug, sich mal zu überlegen, was hinter Verspannungen stecken kann, wenn wir uns die emotionale Komponente anschauen. Wie sich emotionale Spannungen im Körper zeigen und was wir daraus lernen können, erfährst du hier.

“Krankheiten haben auch eine emotionale Ursache, die Blockaden im Körper verursacht”, sagte die Yogalehrerin und Psychologin Sybille Dapp in einer Biomechanik-Weiterbildung zu uns.

Im Hinblick auf Yoga mit der Verbindung von Körper, Geist und Seele, aber auch durch eigene Erfahrungen mit der traditionellen chinesischen Medizin kann ich dieser Aussage zustimmen, ohne sie für jede Krankheit verallgemeinern zu wollen.

Schauen wir uns mal kurz an, wie sich emotionale Spannungen in den Füßen, im Rücken und im Schulter-und Nackenbereich zeigen.

Wie zeigt sich Unsicherheit in den Füßen?

Schwache Füße und Beine können im Zusammenhang stehen mit Unsicherheit, Ängstlichkeit und fehlendem Vertrauen. Deutlich zu sehen ist das, wenn eine ungeübte Person vor einer Gruppe sprechen soll und sich die Nervosität in der Stimme, im Gesicht, und vor allem im Stand zeigt.

Ein fehlender Halt der Füße kann sich hinaufziehen und verursacht möglicherweise an anderer Stelle Beschwerden. Wenn wir ein Bein stärker belasten und das andere Bein wegstrecken, versucht der Körper automatisch diese schiefe Stellung auszugleichen: Die Hüfte knickt, der Rücken ist krumm.

Das ist kurzweilig sicher nicht dramatisch, wenn diese jedoch Grundhaltungsmuster sind, können sich diese im Körper unangenehm widerspiegeln.

Im Yoga lege ich deshalb immer sehr viel Wert darauf, ein festes Fundament aufzubauen: In Standhaltungen sind die Füße gleichmäßig zu belasten und sie haben festen Bodenkontakt.

Nur dann, wenn das Fundament stabil ist, kann die Yoga-Übung ihren Nutzen entfalten. Ich vergleiche das gerne mit einem Haus: Wenn das Haus auf Sand gebaut ist, kann es nicht lange halten.

Standhaltungen stärken die Fußmuskulatur und das Gefühl für einen festen Stand, was sich mental mehr Stabilität gibt: Viele Anspannungen können dadurch einfacher losgelassen werden.

Ein fester Stand in den Standhaltungen hingegen vermittelt neben einer stärkeren Fußmuskulatur mit der Zeit auch ein verfeinertes Bewusstsein für einen festen Stand im Alltag, was uns auch mental mehr Standhaftigkeit gibt.

Verspannungen im "Problembereich" Rücken

Eine schwere Last auf dem Rücken zu tragen in Form von Sorgen, Ängsten, Niedergeschlagenheit und Druck schlägt sich sowohl im Rücken als auch im Schulter- und Nackenbereich häufig nieder. Im Rücken hat Sybille unterschieden zwischen unterem, mittleren und oberen Rücken mit folgenden emotionalen Ursachen:

Diese Einordnung war für mich sehr interessant. Ich möchte sie noch ergänzen in Hinblick auf das Thema Flexibilität: Bei einem generell unbeweglichen Rücken und Oberkörper entdecken wir vielleicht auch mental wenig Beweglichkeit und starre Denkweisen.

Drehhaltungen geben dem Oberkörper mehr Flexibilität und können innere Blockaden lösen. In Drehhaltungen ist es umso wichtiger, nichts zu erzwingen und die Drehung einfach kommen zu lassen - dann folgt auch mental mehr Beweglichkeit.

Schultern und Nacken

Die Schultern hochziehen und den Nacken und Hals verstecken sind häufige Bewegungsmuster, wenn wir unter Druck stehen oder emotional eine schwere Last tragen.

Besonders die Mischung aus einer sitzenden Tätigkeit, hohen Anforderungen und die Unsicherheit oder (zu)viel Verantwortung, erschwert es, all das loszulassen, was früher mit dem Kampf- und Fluchtmechanismus geschah.

Zusammengefasst

Wie sich Emotionen im Körper zeigen, könnte für sich sicher schon ein ganzes Buch füllen.

Mein persönliches Fazit daraus lautet:

Emotionale Spannungen zeigen sich im Körper, wenn wir die Spannungen nicht in Form von Sport loslassen oder wenn wir unsere emotionalen Bedürfnisse ignorieren.

Reflektionen mit Fragen wie etwa “Wie geht’s mir gerade wirklich?” und “Was sollte ich ändern, damit es mir gut geht?” können helfen, den Blick für unsere Bedürfnisse, Wünsche und Sehnsüchte zu schärfen.

Und du? Welche Erfahrungen hast du schon gemacht, bei denen du Emotionen körperlich gespürt hast? Und was hat dir geholfen, diese wieder ziehen zu lassen?

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