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Wie sicher ist Online-Yoga?

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Yoga 24 Stunden, 7 Tage die Woche. Als Kletterer sehr praktisch, wenn man nicht an feste Studiozeiten gebunden ist. Und: Es hilft einem sehr, sich weiterzuentwickeln, anstatt ausschließlich für sich zu üben. Andererseits ist kein Lehrer da, der einen korrigiert. Kann das gefährlich sein? Wie sicher ist Online-Yoga? Meine Gedanken zu kritischen Punkte beim Online-Yoga … und beim Studio-Yoga.

“Hm, was kommt denn jetzt? Ihr bietet doch selber Online-Yoga an!” denkst du dir vielleicht jetzt.

Die Idee zu diesem Artikel kam mir durch einen Kommentar von Pamela auf Nimas Artikel “Mein neues Abenteuer: Yoga für Anfänger”. Danke, Pamela! Du hast einen wichtigen Punkt angebracht, der mir gar nicht mehr bewusst war – und der sehr, sehr wichtig ist.

Lass uns deshalb mal den Punkt Sicherheit beim Online-Yoga genauer betrachten.

Welche Gefahr gibt's bei Online-Yoga?

Puh, Shannon hat im Video fast ihre Füße am Kopf! Ich bleibe lieber bei der leichteren Variante. Beim Online-Yoga "turnen" manchmal sehr flexible Yogalehrer Übungen vor, die nicht unbedingt für jeden geeignet sind. Dann mit aller Macht versuchen, mitzumachen, kann böse ins Auge gehen.

Aus meiner Sicht liegt die Gefahr bei Online-Yoga darin, dass man Yoga-Übungen macht, die für einen persönlich ungeeignet sind und die eigenen Bedürfnisse hinten anstellt. Das ist besonders dann der Fall, wenn wir:

Es ist keiner anwesend, der einem die Übung “verbietet” und eine Alternative anbietet.

Die Verletzungsgefahr ist ebenfalls groß, wenn wir nicht präsent sind, sondern mit den Gedanken völlig woanders und unserem Körper nicht zuhören.

Und ein ganz wichtiger Punkt, vor allem für Sportler: Wenn wir mit falschem Ehrgeiz an die Sache gehen, die Körpersignale ignorieren und denken, dass wir sportlich und stark sind, das müsse doch funktionieren – dann passieren Verletzungen besonders schnell.

Kann das auch im Yogakurs passieren?

Mit Hilfsmitteln ist die Pflug-Haltung in Ordnung, ohne vertrage ich sie nicht. Das kann ein Lehrer natürlich nicht riechen. Deshalb ist es so wichtig, für sich selbst Verantwortung zu übernehmen - egal ob im Studio oder beim Online-Yoga.

Korrekturen eines erfahrenen Yogalehrers können hier sehr wertvoll sein – wenn die Gruppe klein genug ist, so dass er noch auf jeden Teilnehmer eingehen kann. Allerdings wird Yoga im Studio oft mit einer Garantie in Verbindung gebracht, dass nichts passieren. Die Garantie gibt es aber nicht.

Denn ein Lehrer kann auch nur beobachten, was er sieht und kann eine Situation anders einschätzen, als es der Fall ist. Der Lehrer wird sich nie in einen Teilnehmer hineinfühlen können. Im schlimmsten Fall kann eine Korrektur Schmerzen bereiten bis einen Schaden anrichten, wenn der Lehrer es gut meint und versucht, einen Teilnehmer in die Übung zu drücken.

Das habe ich einmal selbst erlebt, als ich in einer Stunde mitmachte und wir meine “Lieblingsübung”, den Pflug, machten. Und gerade in dieser Übung, bei der ich sehr vorsichtig bin, hatte der Lehrer mich etwas zu schnell noch mehr in die Übung gezogen, was echt wehtat. Das ist für mich nicht Sinn der Sache!

Deshalb ist es so wichtig, dass der Lehrer das Feingefühl hat um zu wissen, wie weit der Schüler mit seiner Hilfe gehen kann – und dass der Schüler natürlich seine Rückmeldung gibt.

Denn wie gesagt, ein Lehrer kann nur beobachten und vermuten, aber nie fühlen, wie sich die Haltung und Hilfestellung tatsächlich anfühlen.

... und halten! Eines ist sicher, ich alleine würde nicht so lange in der Haltung verweilen, wie es der Fall ist bei Ansage der Übungen. Aber: Gleichzeitig bin ich ebenso dafür verantwortlich die Grenze zu ziehen und bei Bedarf die Haltung anzupassen. Das fällt manch einem vielleicht schwer beim Online-Yoga, vielleicht jedoch noch schwerer im Studio, wenn alle anderen die fordernde Variante machen.

Gegen übermäßigen Ehrgeiz und Gruppenzwang kommt allerdings auch ein Lehrer kaum an, wenn er freie Wahl lässt, meine ich. Es sei denn, man sagt speziell zu einem Teilnehmer, eine andere Variante sei besser für ihn.

Ich selbst beobachte in meinen Stunden oft, dass einige Teilnehmer sich und vielleicht auch den anderen etwas beweisen möchten und mit Ach und Krach die schwierigere Variante probieren.

Wenn du mit mir Yoga machst, weißt du, dass ich sehr dafür bin, sich zu fordern und was auszuprobieren.

Sobald wir jedoch merken, dass der Atem stockt, dass wir die Übung nicht stabil halten können, oder dass die Übung uns in dieser Form überhaupt nicht gut tut, sollten wir die Übung unbedingt anpassen. So lautet die Empfehlung. Letztlich liegt es aber einzig und allein am Teilnehmer, das selbst zu entscheiden.

Mein Fazit zum Online-Yoga

Ich selbst habe 2005 mit einem Yogakurs angefangen und bin dann zum Online-Yoga gekommen, das mich durch die Flexibilität sehr angesprochen hat, denn ich wollte mehr als nur einmal in der Woche Yoga machen und Zeit für andere Aktivitäten haben. Die persönliche Story dahinter erzähle ich euch mal in einem anderen Artikel.

Zurück zur Sicherheit beim Online-Yoga. Wann macht Online-Yoga aus meiner Sicht keinen Sinn?

Wenn die Online-Kurse nicht zu den speziellen Bedürfnisse passen und wenn es gesundheitliche Probleme gibt. Dann sollte ein qualifizierter Lehrer besser individuell mit euch arbeiten, am besten im therapeutischen Yoga oder Vini Yoga. Denn dann sind meistens Alternativen gefragt, die euch nur ein Lehrer im direkten Austausch geben kann.

Für alle gesunden Kletterer denke ich, dass, genau wie in einem normalen Yoga-Kurs auch, zwei Punkte wichtig sind:

Punkt 1: Präsent sein und dem Körper zuhören.

Punkt 2: Sich erlauben, sich zu fordern – ebenso wie es sich erlauben, einen Gang zurückzuschalten oder die Übung anzupassen. Manchmal ist weniger mehr.

Wenn wir das berücksichtigen, ist Online-Yoga aus meiner Sicht eine hervorragende Möglichkeit, sich orts- und zeitunabhängig etwas Gutes zu tun, was sich beim Klettern zeigen wird.

Was denkst du dazu? Hast auch du Bedenken oder Anregungen zum Online-Yoga oder zur Yoga-Praxis für sich?

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