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Kletterer-Detox II: 7 Dinge, die du 2017 echt nicht mehr brauchst.

Kletterer-Detox

Willkommen, 2017! Ein neues Jahr bringt immer einen neuen Zauber mit, finde ich. Der Jahreswechsel bringt viel Hype mit sich und ist an sich keine wirkliche Veränderung, im Gegensatz zu den Jahreszeiten. Aber wir können ihn für einen bewussten Abschluss und eine Erneuerung nutzen. Damit meine ich nicht die pauschalen und schnell formulierten Vorsätze, die wir sowieso nicht einhalten.

Ich meine eine Bestandsaufnahme, die dir zeigt,

Warum ist so eine Bestandsaufnahme so wertvoll?

Weil wir so oft einen Ballast mit uns herumschleppen. Den schleppen wir immer weiter, wenn wir nicht die bewusste Entscheidung treffen, ihn loszulassen. Genauso die Marotten und Gewohnheiten, die uns nicht voranbringen, sondern zurückhalten.

Das nimmt alles Energie weg, die du besser in dein Wohlbefinden und deine Beziehungen investierst, in deine Projekte und Träume.

Hier habe ich schon mal über 7 Dinge geschrieben, die du dir beim Klettern nicht mehr antun solltest.

Die Blog-Story heute ist eine Fortsetzung mit 7 Punkten, die vielleicht mehr, vielleicht weniger in deinem Leben vorhanden sind.

#1 Dein Weiterkommen von anderen abhängig machen

Klettern ist Teamsport. Die soziale Komponente ist beim Bouldern meistens noch höher.

Das ist eine Seite, die für mich das Klettern und Bouldern so schön macht. Dann gibt es aber auch eine kleine Schattenseite.

An die Wand, obwohl der andere keine Lust hat?

Feste Kletter- oder Boulderpartner finde ich vorteilhaft. Auf der anderen Seite schränkt es dich ein, wenn du motivierter bist, aber nur dann klettern gehst, wenn auch sie mitgehen.

Es macht natürlich viel mehr Spaß, wenn sie mitziehen und wenn ihr zusammen an einem Projekt arbeitet. Mach das aber nicht zur wichtigsten Voraussetzung, die darüber entscheidet, ob du klettern gehst oder nicht.

Ich habe den Eindruck, dass feste Kletterpartner manchmal das Bedürfnis reduzieren, andere Kletterpartner kennenlernen zu wollen. Insgesamt ist es aber fast immer eine Bereicherung. Bleib offen und lern weitere Kletterer kennen.

Andere können dir nicht immer die Lösung sagen, die funktioniert

Ganz oft passiert es, dass du an einer Stelle nicht weiterkommst. Ich finde es okay und sinnvoll, zu fragen "Wie hast du den Zug gemacht?". Und dann diese Lösung auszuprobieren.

Manchmal funktioniert das aber nicht, weil dein Kletterpartner komplett anders gebaut ist. Für ihn ist seine Lösung machbar, für dich nicht. Wenn du jetzt an seiner Lösung verbissen weiterarbeitest, kommt nur noch mehr Frust auf.

Denk nicht, dass es nur die eine Lösung gibt. Vertrau mehr auf deine eigene Fähigkeit, die für dich passende Lösung zu finden.

Wie sieht's aus mit Aufwärmen und Cool-Down?

Das sind 2 Punkte, die viel zu oft "vergessen" werden. Klar, es ist praktischer, das zu machen, was der andere macht.

Wenn der andere ein Aufwärm- und Cool-Down-Programm durchzieht, ist es leichter, mitzumachen.

Wenn der andere lieber gleich in die Route einsteigen will, ist es leichter, gleich zusammen loszulegen, anstatt den anderen warten zu lassen.

Wenn du das Aufwärmen und Cool-Down nach dem Klettern wichtig findest, dann mach's. Mach es nicht davon abhängig, ob dein Kletterpartner mitmacht und es gut findet, oder ob er es für nicht notwendig hält.

#2 Zaudern und es nur versuchen

Zum "versuchen" und "tun" habe ich in der ersten Detox-Story schon geschrieben, dass die Wortwahl und die damit verbundene Einstellung für mich einen Unterschied macht.

Hier aber noch mal, weil ich es so wichtig finde.

Setz dich beim Klettern nicht unter Druck. Hör aber auf, mit Zaudern deine Energie zu verschwenden.

Mach es oder lass es sein. Triff eine Entscheidung und dann gib alles, was für dich in diesem Moment möglich ist.

#3 Ausreden suchen

"Ich bin zu klein/zu groß, zu schwer, zu unbeweglich, der Griff ist schlecht, meine Hände sind zu feucht, mein Chalk ist alle, vorhin hat es geregnet, es ist zu heiß, der Wind macht mich verrückt, meine Finger sind zu kalt, ich habe zu wenig geschlafen, heute ist Neumond, ..."

Du kannst für alles einen Grund finden, der dich in der jetzigen Situation hält, mit der du nicht zufrieden bist.

Ich selbst sage auch manchmal so Sachen. Vor allem, wenn's um Essen und Kälte geht, werde ich sehr empfindlich.

Es gibt Umstände, die unvorteilhaft sind. Dann finde ich es aber auch okay, dazu zu stehen und direkt zu sagen, es geht nicht. Was ich nicht okay finde, ist

Steh offen zu dem, was du willst und zu dem, was du nicht willst.

#4 deinen Wert über das Ergebnis definieren

Ich denke nicht, dass allein der Weg das Ziel ist und das eigentliche Ziel völlig egal ist. Wenn wir uns überwinden und eine Route schließlich schaffen, ist das ein geniales Erfolgsgefühl.

Und wenn's mal nicht klappt, gibt's Tage, an denen das einfach nur nervt oder sogar frustriert.

Ich glaube, das ist normal. Kritisch wird es aber, wenn du dich über das Ergebnis definierst. Wenn du an deinem Wert zweifelst, wenn du die Route nicht schaffst.

Es gibt Punkte, an denen du arbeiten kannst. Analysiere, was genau das Problem ist und ob du darauf einen Einfluss nehmen kannst.

Ist es die Kraft? Ist es die Beweglichkeit? Der Kopf? Die Ausdauer? Deine Atmung? Die Konzentrationsfähigkeit? Das Vertrauen in den Sicherungspartner? Die fehlende Energie?

Dann gibt's aber auch Punkte, die du nicht beeinflussen kannst. Weil die Route zum Beispiel zu Recht "Zwergentod" heißt.

Mach dir klar, dass Schwierigkeitsgrade nur eine Orientierung sind und niemals deine Fähigkeiten komplett widerspiegeln können.

#5 deine Bedürfnisse ignorieren

Der Punkt ist eine echte Gratwanderung, finde ich.

Es ist ein Balance-Akt zwischen "die Grenze ausweiten" und "Verletzung durch Überlastung".

Manchmal geht noch einiges, obwohl wir schon müde sind und eigentlich schon aufhören wollten.

Manchmal ignorieren wir aber auch einfach, dass

Und dann? Dann hören wir vielleicht erst auf, wenn der Schmerz so stark wird, dass wir gar nicht mehr anders können. Und dann ist die Kletterpause nicht in einer Woche vorbei, sondern vielleicht erst nach paar Monaten.

Hör auf deinen Körper. Hör auf, wenn's an der Zeit ist aufzuhören. Gib deinem Körper alles, was er braucht, so dass du den bestmöglichen Input beim Klettern geben kannst.

#6 deinen Traum auf "irgendwann" verschieben

Hast du Träume und eine Vorstellung, wann du sie angehen willst? Oder sind deine Träume schon längst verstaubt und in Vergessenheit geraten?

Schieb deine Träume nicht auf "irgendwann" auf. Irgendwann kommt nie. Oder dann, wenn's schon zu spät ist.

Unser Zelt an den Felswänden von Socaire, eine hochgelegene Schlucht in der Atacama-Wüste. Dieses Bild entstand während einer Auszeit und repräsentiert für mich, dass ein Vorhaben manchmal gar nicht so unmöglich ist, wie wir vielleicht glauben.

Frag dich, ob du dein Kalender voll mit Nebensächlichkeiten ist, die ganz nett sind, dir aber im Grunde nicht viel bedeuten.

Frag dich, welche Sachen du auf jeden Fall erleben möchtest und setz dir dafür ein konkretes Datum.

#7 Montag hassen und nur fürs Wochenende und den Urlaub leben

"Juhu, cool, dass heute Montag ist!"

Hast du das schon mal jemanden sagen hören? Ich fast gar nicht.

Die traurige Realität ist, dass die meisten Leute Montag hassen und fürs Wochenende und noch mehr für den Urlaub leben.

Siehst du dich darin auch wieder?

Dann schaff dir ein Leben, von dem du keinen Urlaub brauchst.

Nima hat auf Abenteuer Unterwegs einen lesenswerten Artikel dazu geschrieben.

Mach eine Arbeit, mit der du dich identifizierst, die dich erfüllt und mit der du dich weiterentwickelst. Auch da gibt's natürlich Momente, die keinen Spaß machen. Es geht aber um das allgemeine Gefühl bezüglich deiner Arbeit.

Und wenn beim allgemeinen Gefühl ein "Sch $§(/& Montag" dabei ist, dann stimmt was nicht.

Wenn du im Großen und Ganzen zufrieden mit deiner Arbeit und deinem Lifestyle bist, aber Montage generell fad sind, dann schaff Rituale, die deine Montage wieder aufregend machen.

Fazit

Der Jahreswechsel ist ein super Moment für einen "Detox". Nicht nur körperlich, sondern auch mental.

Frag dich, was du loslassen kannst, das dich zurückhält. Frag dich, was du dieses Jahr erleben willst, das dein Jahr zum bisher besten Jahr macht.

Was passt deiner Ansicht nach zum Detox, das ich hier vergessen habe?

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