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5 Tipps nach einer Kletterpause: So klappt’s wieder am Fels!

Stefanie | 7. August 2016
2 Kommentare

"Ich war schon echt lang nicht mehr draußen. Wahrscheinlich muss ich wieder mit den leichtesten Routen starten." Kennst du diese Gedanken? Ich ja. Hier liest du, warum eine Kletterpause nicht automatisch von vorne anfangen bedeuten muss. Wende die 5 Tipps an und du wirst definitiv einen Unterschied beim Klettern merken.

Meine Freundin Nicole hat mal zu mir gesagt:

"Weißt du was ich am Klettern nicht so mag? Du machst eine Pause und kannst dann fast wieder von vorn anfangen! Das ist so frustrierend!"

Ich hab da genickt. Stimmt. Erst mal wieder reinkommen, in diesen Flow. Die Ausdauer wieder entwickeln. Wieder den Fels zu lesen. Und es kostet mich auch Überwindung. Wieder über die Haken drüber zu klettern. Cool zu bleiben, wenn die Arme müde werden.

Die letzten 2 Wochenenden war es aber überraschend anders als sonst.

Ich bin nicht an meinem normalen Limit geklettert. Aber die Art, wie ich geklettert bin, hat mich erstaunt. Richtig im Flow. Ich hab in den ersten Routen jeden einzelnen Zug genossen. Keine einzige Spur von Stress.

Warum war das Klettern so anders?

Ich denke, es lag an den Komponenten, die ich hier mit dir teilen will. Manche werden dir vielleicht bekannt vorkommen. Frag dich dann, wie gut du sie tatsächlich anwendest und ob du die Anwendung vielleicht verbessern kannst.

Auf einen Blick: Die 5 Tipps fürs Klettern nach der Kletterpause

Tipps nach der Kletterpause

Tipp #1: Halt deine Kraft und Ausdauer konstant auf hohem Level

If you don't use it, you lose it.

Logisch, oder? Was wir nicht trainieren, verkümmert.

Früher habe ich nach der Klettersaison draußen aufgehört und bin ab und zu in die Halle zum Bouldern oder zum Klettern gegangen. Da fällt das unglaublich schwer, sowohl in der Halle als dann auch später wieder draußen!

Seit bald 2 Jahren gehen Carlos und ich mindestens 1 Mal pro Woche bouldern, wenn wir gerade nicht verreist sind. Montag ist Bouldertag. Auch wenn die Boulder-Probleme meist kurz sind, hilft es ungemein:

Und die Ausdauer? Naja. Auch beim Bouldern kannst du Ausdauer trainieren, zum Beispiel wie unser Freund Dave vor kurzem. Da ist er einen Überhang von 8 Meter Länge einmal rauf-, dann wieder runtergeklettert. Und das war nicht die leichteste Schwierigkeitsstufe.

Insgesamt denk ich aber, dass es besser ist, konsistenter die Ausdauer zu trainieren. Perfekt, wenn du zum Beispiel Laufen oder Biken gehst. Am besten täglich. Ich fahr zwischen 3 und 5 Mal pro Woche 26 km pro Tag. Das hat meine Ausdauer unglaublich verbessert. Hätte ich nicht gedacht, weil Ausdauer meine große Herausforderung ist.

Ansonsten geht auch immer eine Klettertrainings-Routine. Wir haben zum Beispiel ein Trainingsboard. Aber auch im Yoga kannst du dir sehr effektive Abläufe ausdenken, um mehr Kraft und Ausdauer zu entwickeln.

Tipp #2: Schul deine Körper- und Atemkontrolle

Je besser du deinen Körper kennst und je besser deine Körperwahrnehmung, desto mehr Vertrauen hast du in den Bewegungen beim Klettern.

Genau das ist ein wichtiger Aspekt im Yoga.

Durch Hektik, Stress, Ablenkung sind wir manchmal mit unseren Empfindungen so weit weg vom Körper. Wir nehmen ihn dann erst wahr, wenn er sich mit einer Verspannung oder sogar mit einem Schmerz meldet.

Soweit muss es aber nicht kommen, wenn wir dem Körper wieder mehr zuhören. Und vor allem: wenn wir schädliche, unbewusste Haltungsmuster wieder durchbrechen.

Hier helfen dir die Yoga-Übungen, weil sie völlig andere Bewegungen und Haltungen erfordern, als wir es im Alltag gewohnt sind.

Und: Dein Körper wird durch Yoga viel geschmeidiger. Viele Kletterer, die mit mir im Online-Bereich Yoga machen, schreiben mir, dass sich ihre Körperspannung stark gesteigert hat. Dieselbe Erfahrung hab ich auch gemacht. Körperspannung ist unglaublich wichtig, um kraftsparender und mit mehr Kontrolle zu klettern.

Und der letzte Punkt: Atem. Wenn du flach atmest (und beim Klettern vielleicht sogar den Atem anhältst), ist das wie ein verstopftes Rohr. Am Ende vom Rohr kommt zwar schon Wasser an. Aber nicht so viel, wie wenn das Rohr frei wäre.

Genauso beim Atmen. Durch eine bewusste und tiefe Atmung optimieren wir die Sauerstoffversorgung. Und wir erhöhen die Konzentration. So kommen wir 3 Mal schneller in dieses Flow-Erlebnis beim Klettern, während die flache Atmung unbewusst Stresssignale an die Muskeln sendet.

Tipp #3: Positives Mindset

Genauer gesagt: Wenn du die Überzeugung hast, dass du stark, im Flow und mit Leichtigkeit klettern kannst, wirst du ein ganzes Stück besser klettern, als wenn du mit Unbehagen in die Route einsteigst.

Wie kannst du die Überzeugung stärken?

Visualisierungsübungen kannst du auf verschiedene Weisen machen. Ich mach sie am liebsten so:

Auch wenn es sich jetzt vielleicht etwas theoretisch oder weit weg für dich anhören sollte: Ich find's unglaublich, was dieses Mindset bewirkt. Klettern fängt halt im Kopf an.

Klar, da gehört Übung dazu. Auch wenn sich anfangs die Erfolge nur langsam zeigen, empfehl ich dir, das hier unbedingt auszubauen. Es lohnt sich.

Tipp #4: Niedriger Stresspegel in der ersten Route

Früher hab ich auch immer mit einer einfachen Route angefangen. Diesmal vor 2 Wochen bin ich die erste Route im Toprope geklettert. Richtig entspannt. Auch im Vorstieg danach.

Auch wenn ich das Klettern oft genieße - ich hatte selten so einen Moment, in dem ich nicht nur 70 Prozent, sondern volle 100 Prozent die Freude an den Zügen, Energie und Konzentration bemerkt hab. Wow.

Das hat stark dazu beigetragen, auch den Rest der Routen an diesem Tag entspannt und mit Selbstvertrauen anzugehen.

Eine pumpige Route bin ich nicht durchgestiegen. Hat mir aber gar nichts ausgemacht. Ich hatte einfach Spaß. Und das find ich so wichtig im Klettern! Oder?

Tipp #5: Sprich Störfaktoren beim Sicherungspartner an

Gestern war ich mit Vesta klettern, die auch Yoga macht und bei uns im App-Brainstorming-Team dabei ist. Sie war in der Gegend und hat gefragt, ob wir in der Fränkischen klettern gehen wollen. Ja, warum nicht?

War eine superschöne Erfahrung, weil es einfach gepasst hat. Wenn ich mit einer Person zum ersten Mal klettere, bin ich meistens etwas skeptisch und brauch erstmal Zeit, um Vertrauen aufzubauen.

Mit Vesta hat die Chemie gleich gestimmt. Wir haben uns danach darüber unterhalten, dass das beim Klettern und auch auf der Matte im Yoga-Unterricht eine wichtige Rolle spielt. Wenn es da nur einen störenden Faktor gibt, wird es immer einen Einfluss haben. Auch unbewusst.

Deswegen die Frage an dich: Vertraust du deinem Sicherungspartner voll? Falls es da einen kleinen Störfaktor gibt, was ist es genau? Sprich es an, auch wenn's unangenehm ist.

Fazit

Es gibt natürlich viele weitere Faktoren, die dein erstes Klettererlebnis nach einer Kletterpause beeinflussen.

Für mich war und ist diese Kombination aus körperlichen und mentalen bzw. emotionalen Faktoren entscheidend. Beim körperlichen Schwerpunkt vor allem das Dranbleiben. Daraus ergibt sich immer und immer wieder der Beweis, dass wir etwas geschafft haben. Das merkt sich unser Unterbewusstsein.

Sturztraining, dieselbe Route mehrmals klettern, Einstimmungs-Routinen ... hast du weitere Tipps, die hier passen würden?

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