kurze Meditation auf dem Crashpad mit Blick auf den Ozean
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„Abenteuer? Das Unangenehme gehört dazu.“

Stefanie | 29. November 2015
14 Kommentare

4 Wochen mit dem Jeep am Pazifik entlang fahren, abgelegene Klettergebiete kennen lernen, die Farbvielfalt der Wüste auf sich wirken lassen … hat was! Hast du schon ähnliche Trips erlebt? Dann kennst du sicher auch die unangenehmen Seiten, die so ein Trip mit sich bringt. Was ich diesem Trip schwierig fand und warum genau das ihn so besonders macht.

Sonne, chillige Musik und ein entspannter Platz auf der Terrasse. So kann ich es eine ganze Weile aushalten. Ich sitze gerade in Casa Campestre, einem echt coolen Hostal und Camping in der sehenswerten “Touristen-Hochburg” San Pedro de Atacama, und haue in die Tasten.

Wir haben gerade Halbzeit von unserem Trip in den Norden von Chile. 2 Wochen sind wir jetzt unterwegs, über 3.000 km haben wir mit dem Jeep zurück gelegt. Einmal vom Zentrum aus komplett hoch, bis an die Grenze zu Peru und Bolivien, und langsam wieder runter.

Dieser Trip ist anders als meine bisherigen Reisen.

Ich glaube, was diesen Trip am meisten von den anderen unterscheidet, ist die Mischung aus langen Distanzen, die Planlosigkeit, besonderen Begegnungen … und die Herausforderungen, die dieser Trip mit sich bringt.

Nicht alles ist wie im Bilderbuch ...

Stefanie-Mittagessen
Nudeln mit Sandkörnchen gefällig? Der Wind und der Sand sind zur Gewohnheit geworden. Etwas nervig, aber es gibt Schlimmeres!

Ich habe Bekannte, die würden sich wahrscheinlich fast die ganze Zeit beschweren, wenn sie mit dabei wären:

Ich bin auch nicht auf alles scharf.

Nudeln mit Tomatensoße habe ich satt.

Oder die Suche nach einem Schlafplatz, wenn die Sonne schon untergegangen ist und wir nach 3 Stunden Suche in einem schwierigen Gebiet schließlich doch im überfüllten Jeep schlafen.

Oder die Suche nach einer stabilen Internet-Verbindung, wenn Carlos gerade mit einem Kunden ein paar Websiten-Änderungen besprechen muss.

Was mir diesmal körperlich sehr zu schaffen gemacht hat, war die Höhe. Als wir beim Lago Chungará auf 4.600 m geschlafen haben, hatte ich ziemliche Kopfschmerzen und Schwierigkeiten mit der Atmung. Das war mir echt unheimlich. Ich glaube, ich war noch nie so konzentriert bei dem simplen Mantra dran:

Einatmen. Ausatmen.

Da hat Yoga echt geholfen! Trotzdem war es ziemlich hart. Die Nacht hat sich gezogen wie zäher Kaugummi. So etwas brauche ich nicht unbedingt.

"Das Unangenehme gehört zum Abenteuer dazu."

Lago-Chungara
Wow, was für ein Ort! Der Lago Chungará ist einer der höchst gelegenen Seen der Welt. Solch ein Anblick lässt mich die Höhe und die nahezu schlaflose Nacht vergessen.

Das hat Carlos gesagt, als wir uns mit Nicolás, einem chilenischen Geologen, unterhalten haben, den wir beim Lago Chungará kennen gelernt haben.

“Absolut. Genial hier. Saukalt, unglaublich windig und voll hoch. Kopfschmerzen hatte ich auch. Aber ich würde 1000 Mal eher so etwas machen als einen Pauschalurlaub im Hotel”, sagte Nicolás.

Da gehe ich voll mit. Es ist nicht “angenehm” oder “ganz nett”. Es ist manchmal hart und fast zum Verrückt-werden. Und es ist fantastisch.

Stefanie-Los-Golden
Tut das gut! Einfach mal die Füße hochlegen und Kraft sammeln. Der Boulder Golden Nuss hat's in sich. Ich liebe das Gebiet bei La Serena, wo wir gestartet sind. Perfekter Fels, direkt am Meer. Besser geht's nicht!

Es bringt dich zu gigantischen Landschaften, die uns zeigen, wie wundervoll die Natur sein kann.

Es bringt dich dazu, den Moment zu leben. Anstatt die Energie mit den Banalitäten zu verschwenden, an die wir zu oft im Alltags-Trott denken.

Und: Es bringt dich dazu, die einfachen Dinge im Leben wieder zu schätzen. Wie die heiße Dusche. Eine einfache Küche. Ein Bett. Saubere Klamotten.

Ein Perspektivenwechsel, der in unserer reizüberfluteten Zeit so irre gut tut.

Mein Fazit

Wenn alles immer klappen würde und angenehm, wäre es langweilig. Monoton.

Ich weiß nicht, wie du das siehst, aber ich finde, dass solche Trips das Leben besonders machen. Sie bleiben in Erinnerung. Und die einzigartigen Seiten. Wie der Sternenhimmel. Die besonderen Begegnungen mit Menschen, von denen man glaubt, dass man sie schon ewig kennen würde. Der Sonnenaufgang, der die Landschaft in warmes Licht taucht. All das übertrifft bei weitem alles Unangenehme. Es gehört dazu.

Morgen fahren wir in eine Schlucht, wo wir mehrere Tage klettern und Yoga-Flows aufnehmen werden. Ich bin gespannt, wie es in fast 4.000 Metern Höhe mit dem Klettern klappen wird.

Welche Trips hast du in Erinnerung, die echt besonders für dich waren? Ich freue mich auf deine Kommentare und Stories!

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14 Kommentare zu “„Abenteuer? Das Unangenehme gehört dazu.“

    1. Ja genau…klettern und land uns Leute kennenlernen….wenns mal wieder eine kletter pause sein soll gehen wir meistens vollunteeren…dadurch lernt man Länder richtig toll kennen….aber auch durch die kletterspots klappt das recht gut….

    2. Ja genau…die touripfade versuchen wir so gut es geht zu vermeiden….Wir sind noch 13 monate unterwegs….nach china kommt laos, thailand, südkorea, japan und neuseeland und dann vl zurück nach Hause 😉

    3. Wow, super. Das ist mal echt eine lange Zeit! Klar, ohne „Touripfade“ lernt man Land & Leute anders kennen. Andererseits haben sie auch manchmal was Nettes. Manche Orte sind unglaublich schön und das zieht die Leute natürlich an. Ist im Franken beim Klettern nicht anders 🙂

  1. Ich habe gemerkt, dass ich unterwegs gar nicht so viel brauche. Hätte ich nicht gedacht. Aber ich komme mit weniger zurecht und es fühlt sich richtig gut an. Im Amazonas-Gebiet, wo ich mit dem Rucksack eine Weile gereist bin, war das eine echt intensive Erfahrung. Habe ich vorher noch nie so erlebt.

    1. Sarah, Respekt 🙂 Wir haben eindeutig zu viel mitgenommen. Mal wieder. Jemand hat bei Carlos‘ Artikel zur Packliste den Tipp gegeben, nur Gepäck für eine Woche mitzunehmen. Wir haben in Bezug auf Kleidung ein bisschen mehr mitgenommen als für eine Woche und dann gewaschen. Hat gut funktioniert. Aber ich gebe dir Recht, es ist was anderes mit dem Rucksack unterwegs zu sein (auch wenn man immer noch relativ viel dabei hat) als zuhause.

  2. Ich war vor einigen Jahren auf den Galapagos Inseln und in Equador. Die Reise war anstrengend, aber ist heute, Jahre später noch ein highlight meines Lebens. Was mich besonders begeistert hat, war zum einem die unglaubliche Freundlichkeit und Gastlichkeit der Equadorianer. Zum anderen war ich positive überrascht, wie entspannt vieles lief, was in Deutschland niemals oder nur mit großem Aufwand geklappt hätte. Es funktionierte einfach, wenn auch ungeplant und unorganisiert. Selbst wenn also irgendwas anscheinend schief lief, ging doch alles glatt. Das war eine tolle Erfahrung für mch, die mir heute noch Gelassenheit und Lockerheit gibt!

    1. Hallo Nicole, da war ich noch nie. Sicher super schön! Das mit der entspannten Mentalität haben wir jetzt auch wieder erlebt in der Atacama und mussten richtig lachen, weil ein paar Deutsche da waren, die etwas entrüstet waren. Erzählen wir in einem anderen Artikel 🙂 Auf jeden Fall toll, dass du das für dich mitnehmen konntest. Lohnt sich mehr, als nur den Kopf zu schütteln 🙂

  3. Ich war länger in Kanada unterwegs und habe die wundervollsten Landschaften gesehen. Klar hat man den Komfort nicht mit dabei, was es manchmal auch ein bisschen schwierig macht. Aber es lohnt sich so! Dafür habe ich auf diesen Reisen sehr viel innere Freiheit gewonnen. Das ist echtes Leben, nicht nur Existieren.

    1. Ja, das trifft’s voll auf den Punkt, finde ich. Es macht es manchmal schwierig, aber es geht. Verzichtet man halt mal auf die Dusche. Dafür kommt man mal richtig raus und erlebt was. Aber ich muss zugeben, der Muffelgeruch aus meinem Outdoor-Handtuch ist auch nach dem Waschen noch nicht raus 🙂 Muss wohl noch paar Mal in die Waschmaschine, bevor es wieder normal riecht 😀

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