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Nima von Abenteuer Spanien im Gespräch

Nima Ashoff | 22. Februar 2015
15 Kommentare

“Spanien hat unglaublich viele Möglichkeiten für Kletterer und ich habe mich dort sofort wie zuhause gefühlt”, sagt Nima vom Blog Abenteuer Spanien. In unserem Gespräch erzählt sie, wie es mit dem Blog angefangen hatte, welche Erfahrungen in Spanien sie am meisten geprägt haben und über das Projekt “Horst” – ortsunabhängig leben.

Du bloggst seit 2014 auf Abenteuer Spanien – was genau hat dich dazu gebracht, ein Blog zu starten?

Von Anfang 2012 bis Mitte 2013 habe ich in Spanien gelebt.
In dieser Zeit habe ich mich total in das Land und die Menschen verliebt. Für mich war das damals ein kompletter Neuanfang in einem fremden Land und ich habe mich innerhalb kürzester Zeit dort zu Hause gefühlt.

In Spanien habe ich auch mit dem Klettern angefangen, ausgerechnet in Siurana!
Während einer Rundreise habe ich dann die vielen unterschiedlichen Gebiete und Regionen kennengelernt, darunter auch echte Geheimtipps, die mir die Spanier verraten haben.

Herzlichkeit, Weite, Vielseitigkeit - oder kurz: Spanien

Ich war so fasziniert von den vielen Möglichkeiten, die Spanien für Kletterer zu bieten hat, dass ich unbedingt darüber berichten wollte. Dass ich einen Blog starte, war zuerst gar nicht geplant.
Aber mein Umfeld war wahrscheinlich froh, dass ich endlich ein Ventil für meine Begeisterung gefunden habe, denn ich habe im Grunde von nichts anderem gesprochen als von Spanien, Spanien, Spanien …

 

022215_Aussicht-Siurana_1
Siurana und Sonne satt: Was für eine Aussicht!

 

Was waren deine beiden prägendsten Erfahrungen in Spanien?

Die Herzlichkeit, Offenheit und Hilfsbereitschaft, die ich dort erfahren habe. Die Menschen begegnen sich viel häufiger mit einem freundlichen Wort und einem Lächeln und nehmen sich Zeit, wenn man Hilfe benötigt.
Einmal hat uns ein wildfremder alter Mann morgens beim Wildcampen eine frisch gepflückte Melone aus seinem nahe gelegenen Garten gebracht.

Er hatte beim Vorbeifahren gesehen, wie wir hinter unserem Auto gesessen und gefrühstückt haben – müde und zerzaust.
Auf der Rückfahrt hat er angehalten und uns die Melone geschenkt, einfach so. Das hat mich sehr berührt. Außerdem beeindrucken mich die Weite und Vielseitigkeit des Landes. Die Landschaft ist extrem abwechslungsreich und es finden sich genügend Orte, an denen man sich zurückziehen kann und seine Ruhe hat.

 

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... und einmal die Sicht auf Höhe des Sees. Ein Ort, an dem man es länger aushalten kann.

 

Vom Traum zum Plan

Mit dem Projekt Horst habt ihr vor, ortsunabhängig zu leben – etwas wovon viele Leute träumen, es aber nicht machen. Was denkst du, sind die größten Schwierigkeiten bei diesem Schritt und wie löst ihr sie?

Menschen träumen von vielen Dingen und belassen es beim Träumen, weil sie Angst haben.

 

022215_Boulder_Nima1_1
Dranhängen und dranbleiben: Nima beim Bouldern.

 

Die größte Schwierigkeit ist es wahrscheinlich, aus dem Traum einen konkreten Plan zu machen. Vom darüber Reden alleine passiert nichts, man muss die Dinge nach und nach angehen.
Wir hatten sehr großes Glück, nach recht kurzer Suche Horst gefunden zu haben.
Für ihn sind wir 850 km quer durch Deutschland gefahren und haben das Risiko auf uns genommen, dass er uns nicht gefällt.
Jetzt sind wir gerade damit beschäftigt, ihn auf unsere Bedürfnisse anzupassen und mit Solar und Internet auszustatten. Da wir komplett in ihm leben und arbeiten wollen, muss er bestimmte Bedingungen erfüllen, damit wir autark sind. Campingplätze kommen für uns nämlich nur im absoluten Notfall in Frage …

 

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Das ist Horst, an dem gerade noch viel gearbeitet wird, um in ihm ortsunabhängig leben und arbeiten zu können.

 

Damit wir unser ortsunabhängiges Business in Ruhe aufbauen können, legen wir jetzt noch Geld auf die Seite. Das ist uns wichtig, um nicht unnötig unter Druck zu geraten. Die ganzen Rahmenbedingungen wie Steuerfragen, Versicherungen, etc. klären wir alle Schritt für Schritt.

Zum Schluss ...

Uns hilft bei unserem Vorhaben unser lösungsorientiertes Denken. Wenn ein Problem auftritt, dann heißt es anpacken statt jammern.
Wenn Plan A nicht funktioniert, dann ändere den Plan, nicht dein Ziel!

Neugierig geworden? Insider-Tipps und Erlebnisberichte zum Klettern, Bouldern und anderen Outdooraktivitäten in Spanien findest du auf Nimas Seite Abenteuer Spanien.

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15 Kommentare zu “Nima von Abenteuer Spanien im Gespräch

  1. Ich verbinde mit Spanien auch Weite, sehr unterschiedlichen Zonen mit wunderschönen Landschaften und sehr unterschiedliche sprachliche Dialekte. Vor allem aber die Dinge etwas langsamer angehen lassen 🙂

    1. Ja, langsamer passt für mich auch 🙂 Ich erinnere mich an eine Reise in Nepal, wo im Bus absolut nichts voranging (es wurde wohl auf jemanden gewartet). Während wir ungeduldig wurden sagte unser spanischer Freund Luis einfach entspannt „gut, sie machen einfach ihre Arbeit … „

  2. Ortsunabhängig leben erfordert sicher eine ganz besondere und teilweise schwierige Organisation selbst bei den einfachen Sachen des Lebens wie Wäsche waschen und Reparaturen, oder? Das ist für mich auf Reisen schon schwierig …

    1. Hola Astrid, das stimmt: die Organisation ist definitiv anders als in einem normalen Haushalt.
      Letztendlich ist das eine Sache der Gewöhnung und Flexibilität. Auf den Konfort einer Waschmaschine werden wir auf jeden Fall verzichten und wieder per Hand waschen oder ab und zu in einen Waschsalon fahren. Gleichzeitig fällt aber auch viel weniger Arbeit an, da wir kaum Raum haben, der z.B. geputzt werden will… 🙂

    2. Hi Nima, stimmt das Putzen hat definitiv Vorteile. Mit Wäsche stelle ich es mir gerade auch etwas schwierig vor auf Dauer, ist aber sicher auch eine Sache der Organisation, bis man sich einspielt … in jedem Fall super Ziel, zu dem mir gleich weitere Themen für Artikel einfallen 🙂

  3. Schöner Beitrag, der Mut macht, einfach „anzufangen“ und raus zu gehen. In meiner Brust schlagen aber oft zwei Herzen: Das eher „langfristig-orientierte-rationale-vernünftige“, das mir sagt, ich sollte hier in Deutschland etwas aufbauen (Business, Familie), und nicht einfach durch die Welt touren ohne zu wissen was ist und das „abenteuerliche-drauf-los-Spaßhaben Herz“ das mich antreibt, einfach auch mal ein paar „verrückte“ Dinge zu tun. Wie war das bei euch? Kennt ihr das Gefühl, zwei Dinge zu wollen, die sich „widersprechen“?

    1. Hallo Sarah, schön dass du das schreibst. Auch wenn ich im Moment nicht vorhabe, die Zelte hier abzubrechen, sondern auch stark am Aufbau arbeite, kann ich die Abenteuerlust sehr gut nachvollziehen und es hat mich mit diesem Artikel ebenfalls ein bisschen beschäftigt – vor allem wenn ich an vor ein paar Jahren denke, als ich mit dem Rucksack viel unterwegs war und ohne Zelt in der Wüste geschlafen habe. Ich habe bei mir entdeckt, dass ich mit der Zeit bequemer werde, was zu einem inneren Konflikt führen kann, wenn man nichts ändert.
      Deshalb mein persönliches Fazit daraus: Wenn der Drang zu Abenteuern richtig groß ist, sich dafür entscheiden und machen … wenn es sich die Waage hält wie bei mir im Moment, dann würde ich lieber in gewissen Abständen „verrückte“ Aktivitäten machen, die den Horizont erweitern und einen aus der Komfortzone holen. Damit kann man sich selbst auch etwas Druck nehmen.
      Viele Grüße,
      Stefanie

      1. Hallo Sarah,
        diese zwei Herzen sind völlig normal und ich kenne sie auch.
        Oft ist die rationale Stimme stark geprägt von gesellschaftlichen Normen. Wo kämen wir hin, wenn jeder einfacht macht, wozu er Lust hat? Man muss doch an die Rente denken? Findest du das nicht sehr egoistisch?
        Wenn ich mit anderen Menschen über unsere Pläne spreche, werde ich oft mit diesen Fragen konfrontiert.

        Bei mir überwiegt aber in den letzten Jahren immer mehr der Drang, frei zu sein und kein rational-vernünftiges Leben zu führen: Ich möchte das Leben erleben! Vielleicht ändert sich das irgendwann wieder, vielleicht auch nicht.

        Auch, wenn du auf die langfristig-rationale Stimme hörst, weißt du nicht, was dir die Zukunft bringen wird. Es ist ein Greifen nach (Schein-) Sicherheit. Wichtig ist letztendlich, in Lösungen zu denken und nach genau diesen zu suchen.

        Ich persönlich stelle mir gerne die Frage: Worauf möchte ich am Ende meines Lebens zurückblicken? Spätestens da treibt es mich raus in die Welt und ins Abenteuer 🙂
        Liebe Grüße
        Nima

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