Clean-up-Day-Abend
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Nehmt den Müll mit – das war der Clean Up Day Frankenjura

Carlos Fischer | 2. August 2015
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Lecker! Die Würstchen brutzeln schon und machen jedem hungrigen Kletterer noch mehr Appetit. Die abendliche Sonne wärmt neben dem frischen Wind noch einmal etwas auf, langsam trudeln immer mehr Kletterer am Platz vor dem Rockstore Frankenjura ein. Der letzte Teil des Clean Up Days Frankenjura beginnt! Mit schönen und merkwürdigen Begegnungen am Fels.

Aktionen wie der Clean Up Day Frankenjura finde ich sehr cool. Einmal, weil es wichtig ist, die Klettergebiete und die Natur allgemein sauber zu halten und dafür mehr Sensibilität zu schaffen. Genau das erreicht man mit einem solchen Event.

Und zweitens, weil viele Kletterer zusammenkommen und es jede Menge Spaß macht. Die Kletterszene hat etwa 120 Kletterer (wahrscheinlich teilweise mit Familienanhang) gezählt, die mitgemacht haben.

Was mir sehr gut gefallen hat und was mal gar nicht typisch deutsch ist, ist dass der Tag nicht voll durchorganisiert war, etwas überspitzt á la “Wir treffen uns um 10:00 Uhr, bilden Gruppen mit jeweils 3 Leuten. Gruppe A sucht das Gebiet X bis 12:00 Uhr nach Müll ab, Gruppe B das etwas größere Gebiet Y bis 13:30 Uhr”.

Deshalb finde ich es umso besser, dass Kletterer entspannter sind und dass es auch nur mit grober Rahmenorganisation sehr gut klappt. Man konnte klettern, wo man wollte und traf sich am Abend beim Rockstore Frankenjura. Perfecto.

Wiedersehen an den Graischer Bleisteinwänden

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Die Auswahl an Tritten und Griffen ist groß im Frankenjura, vor allem wenn man mehr Granit gewohnt ist! Edward in Langer Weg (7).

Mit Nicole, einer Freundin mit der wir schon lange nicht mehr klettern waren, treffen wir uns vormittags an den Graischer Bleisteinwänden. Wir hatten uns auch noch mit drei “Überraschungs-Kletterern” verabredet. Überraschung deshalb, weil wir nicht wussten, ob das echt klappen wird: Mit Edward aus England und Reid aus Kanada, die wir beim letzten Petzl RocTrip kennengelernt hatten und die gerade mit ihrem Van eine Westeuropa-Tour machten, und spontan mit Mona, die aus Würzburg angereist kommt.

Ich habe mich voll gefreut, dass es mit allen geklappt hat. Wenn wir uns in Chile mit Freunden verabreden, ist das – abhängig von der Person – manchmal sehr unverbindlich. Entweder es klappt, oder wenn nicht, dann halt das nächste Mal.

Dass es mit Edward und Reid klappen wird, hätte ich nicht gedacht. Beim Klettern haben wir eine Menge Spaß und klettern trotz Pausen ziemlich viel. Genau richtig für meinen Geschmack.

"Today is a special day: Clean Up Frankenjura."

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Herrliche Genusstouren mit vielen Löchern - wir lieben das Frankenjura! Die "Zauberbohne" (5+) ist eine sehr schöne Route zum Abschluss.

Eine Sache ist uns und vor allem Nicole gar nicht geheuer. Am Fels sind US-Amerikaner, die sehr laut grölen und Unruhe machen. Einmal kommt ein Apfel von deren Stand herunter gerollt, dann fliegt ein Stein, dann rollt noch ein Schuh runter.

Verpackungsmüll legen sie auch auf die Steine. Allem Anschein nach waren sie noch nicht oft am Fels gewesen, rauchen dauernd. Zigarettenstummel überall, wo man hinsieht. Ob die ihren Müll wieder mitnehmen?

“Hey guys, you’re going to take the garbage with you, right?” fragt Stef. “Yeah, sure”, antworten die anderen, tun aber nichts.

Edward erklärt ihnen, dass heute ein besonderer Tag sei: Clean Up Day Frankenjura. Die Intention von diesem Tag ist, den Müll mitzunehmen. Ja, richtig.

Aber wie der Artikel Clean Up Day Frankenjura 2015 – Kann’s das nicht immer geben? schon im Titel sagt, es sollte immer so sein. Letztendlich haben wir die Zigarettenstummel gesammelt und hinter dem Fels noch eine Art öffentliche Toilette entdeckt. So wurde unser Müllsack schnell voll. Mehr haben wir zum Glück nicht gesehen.

Yoga ... und dann gemütliches Zusammenkommen am Rockstore

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Kleine Yoga-Session zum Schluss: Ein paar Ausgleichsübungen tun nach dem Klettern echt gut.

Der Wind wird immer stärker und Reid ist mittlerweile ziemlich durchgefroren – und das im Juli! Zum Klettern hatte die Temperatur gut gepasst, beim Sichern wurde es schnell frisch. Wir beenden den Klettertag mit einer kurzen Yoga-Session: Ein kurzer Flow aus Krieger-Haltungen, Dreiecks-Haltungen und Übungen gegen Rundrücken strecken den Rücken, die Körpervorderseite und die Beine. Tut richtig gut!

Danach fahren wir in Richtung Rockstore – hoffentlich haben die schon den Grill angeworfen.

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Der Platz vor dem Rockstore Frankenjura füllt sich mit Kletterern - die Stimmung ist gut und alle warten gespannt auf die Verlosung.

Am Rockstore ist noch relativ wenig los, als wir gegen 18 Uhr ankommen. Wir geben wir den Müll ab, während Ese von der Kletterszene sich um den Grill kümmert. Immer mehr Kletterer kommen an und unterhalten sich.

Die Stimmung ist gut, ich glaube alle Kletterer haben sich gefreut, dass die IG Klettern mit der Kletterszene und dem Rockstore wieder einen Clean Up Day initiiert hat. Die Verlosung ist ein schöner Abschluss des offiziellen Teils, danach sitzen wir noch zusammen, lernen andere Kletterer kennen und unterhalten uns.

Einfach ein guter Tag

Ich finde der Tag war ein wichtiges Zeichen, wieder mehr auf die Sauberkeit zu achten. Auch dafür, andere auf dieses Thema anzusprechen. Dadurch werden sich bestimmt nicht alle von heute auf morgen verändern. Aber viele kleine Aktionen können einiges bewirken. Der Tag war richtig gut und ich finde, dass Aktionen wie der Clean Up Day dem Umweltschutz das spießige Image nehmen und zeigen, dass es Spaß macht.

Auf der Kletterszene findet ihr auch einen Artikel zu dem Tag und ein kurzes Video mit ein paar Eindrücken.

Wer war ebenfalls beim Clean Up Day? Wie habt ihr den Tag verbracht?

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