Gerade heißt es Kletterpause, wenn du nicht gerade einen kleinen Boulderraum oder Mini-Fels im Garten hast.
Erinnerst du dich an deine letzte Kletterpause? Das Gefühl, wenn du wieder klettern gehst, kann ganz schön schwierig sein, stimmt's? So, als ob du fast wieder von vorne anfängst. Auch wenn anderer Sport nicht wie Klettern ist, es hilft ungemein, aktiv zu bleiben.
Hier erzähle ich dir, was ich mache, um mich in der momentanen Kletterpause fit zu halten.
Einmal nicht aufgepasst und zack – Arm gebrochen!
Nicht meiner, sondern der meines Freundes. Für ihn ist mindestens für die nächsten sechs Monaten Kletterpause angesagt. Für mich zwangsläufig aber auch, da wir zusammen in einem Wohnmobil leben und reisen.
Komplett auf Sport zu verzichten, kommt für mich allerdings nicht in Frage. Erstens bewege ich mich einfach zu gerne und zweitens brauche ich den Sport auch, um mental ausgeglichen zu sein.
Zuerst mache ich einen kurzen Abstecher in meine sportliche Vergangenheit, bevor ich dir erzähle, wie ich mich in Form halte.
Sport war für mich zu Schulzeiten ein Gräuel.
Geräteturnen, Volley- oder Basketball oder Gymnastik waren einfach nicht meine Welt, entsprechend unmotiviert habe ich mitgemacht und genauso schlecht waren meine Noten. Deshalb dachte ich jahrelang, ich sei unsportlich, was totaler Quatsch ist. Ich habe damals einfach noch nicht die Sportart gefunden, die mir gefällt.
So halte ich mich während einer Kletterpause fit
Laufen macht den Kopf frei
Mit Ende zwanzig habe ich dann das Laufen für mich entdeckt und habe sogar zweimal an einem Halbmarathon teilgenommen. Bis heute ist das Laufen für mich ein fester Bestandteil meiner sportlichen Aktivitäten.
Gerade jetzt, in einer längeren Kletterpause, kann ich mich dadurch verausgaben und bekomme den Kopf frei. Während ich beim Klettern sehr fokussiert und konzentriert bin, kann ich beim Laufen meine Gedanken fließen lassen. Oft bekomme ich dabei die besten Ideen.
Was ich ebenfalls am Joggen mag, ist es, mich selber herauszufordern. An manchen Tagen trabe ich gemütlich vor mich hin, an anderen setze ich mir ein knackiges Ziel. Mal laufe ich weiter, mal schneller. Wenn ich es tatsächlich schaffe, freue ich mich natürlich riesig!
Ähnlich wie beim Klettern gehört für mich beim Laufen ein gewisser Biss und der Wille, dranzubleiben, dazu.
Die Kraft darf nicht fehlen
Einen weiteren Ausgleich stellen für mich Kräftigungsübungen dar. Mit einem Theraband trainiere ich die Oberarme und Schultern. Das macht mir zwar nicht ganz so viel Spaß, ist aber effektiv.
Herausforderung Liegestützen
Für die Schulter- und Brustmuskeln folgen dann ein paar Liegestütze. Bis vor zwei Jahren habe ich keine einzige hinbekommen und bin auf den Boden gefallen wie ein nasser Sack.
Deshalb habe ich damals mit einer ganz einfachen Version angefangen, bei der ich mich an einer Wand abgestützt habe. Auch eine Parkbank ist zum anfänglichen Üben praktisch.
Liegestütze im Knien sind ebenfalls wesentlich einfacher als in der ausgestreckten Position. Um zuerst einmal Kraft aufzubauen, haben mir diese Varianten echt geholfen, heute klappen sie auch in der normalen Version.
Planking
Die letzte Übung, die zu meinem Standardrepertoire gehört, ist das sogenannte Planking.
Was so einfach aussieht, hat mir am Anfang schon nach einer halben Minuten den Schweiß auf die Stirn getrieben!
Genau wie beim Laufen kommt es auch hier auf Durchhaltevermögen an.
Meistens stelle ich mir als Ansporn die Stoppuhr und mache
- zwei Durchgänge à zwei Minuten
- dann nochmal jeweils eine Minute für die rechte und die linke Seite.
Seit ich damit angefangen habe, hat sich meine Körperspannung deutlich verbessert.
Video-Tipp für die Kletterpause
Willst du wissen, wie du in einer Kletterpause deine Kraft halten oder sogar steigern kannst? Kraft ist wichtig, aber nicht alleine entscheidend, um stärker zu klettern. Dieses Aufbautraining wird dir zeigen, wie du nicht nur ganzheitlich Kraft aufbaust, sondern deinen Krafteinsatz auch optimierst.
Melde dich hier anMehr die Ausnahme: Schwimmen
Zum guten Schluss springe ich, wenn sich die Gelegenheit ergibt, zum Schwimmen noch eine Runde ins Meer. Mit festem Boden unter den Füßen fühle ich mich jedoch deutlich wohler.
Weitere Ideen für die Kletterpause
Die Herausforderungen beim Wiedereinstieg können sehr unterschiedlich ausfallen, je nachdem was allgemein dein größtes Problem ist.
Hier siehst du in einer Infografik eine Zusammenfassung zu den Herausforderungen und einige Aktivitäten für deinen Körper und Kopf, die dir dabei helfen.
Fazit
Eine Kletterpause heißt nicht automatisch kompletter Stillstand. Es macht natürlich einen Unterschied, wenn du mehr kletterst - allein schon für den Kopf. Aber es ist überraschend, wie stark die Wirkung ist, wenn du in der Kletterpause regelmäßig etwas anderes machst.
Ja, das Klettern und Bouldern fehlt mir zurzeit, aber es ist, wie es ist. Da die Temperaturen hier in Südeuropa eh gerade rapide in die Höhe schnellen, ist es mit der Kletterpause zu dieser Jahreszeit nicht ganz so schlimm.
Und wenn alles gut geht, können mein Freund und ich im nächsten Herbst wieder loslegen.
Wie hältst du dich während einer Kletterpause fit?
