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Kommunikation beim Klettern: Wie direkt darf’s sein?

Carlos Fischer | 6. September 2015
10 Kommentare

Beim Klettern haben sich kurze und direkte Kommandos etabliert, die sofort verstanden werden. Manchmal gibt es jedoch beim Klettern Situationen, die unklar bis unangenehm sind. Wie spricht man das am besten an? Ein paar Gedanken über die Kommunikation beim Klettern und Ideen, die deine Kommunikation bereichern können.

Die Direktheit der Deutschen finde ich manchmal bewundernswert.

In meinem Heimatland Chile redet man ewig um den heißen Brei herum, wie es so heißt. Hier ist das meistens einfacher.

Beim Klettern gibt es zum Glück kurze und verständliche Kommandos, was auch sehr wichtig ist. Schließlich müssen wir da vielleicht sehr schnell reagieren.

Trotzdem gibt es beim Klettern oft Situationen, in denen die Kommunikation unangenehm sein kann und deswegen schief geht, oder gar nicht erst gestartet wird:

Wie geht man damit um? Und wie direkt darf man zu anderen sein?

Kommunikation beim Klettern: Tipps für mehr Sicherheit

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Die 10. Seillänge ist geschafft! Mein Kletterpartner Rodrigo und ich in den Anden, wo es mit der Kommunikation manchmal sehr schwierig ist. Umso wichtiger ist es, den Ablauf und wichtige Schritte vorher abzusprechen.

Wenn wir beim Klettern immer in Gedanken beim Sicherungspartner sind und ihm nicht zu 100% vertrauen, wird ein Funken Angst – bewusst oder unbewusst – immer mit dabei sein. Das ist auch berechtigt!

Deswegen: Sprich alle Themen bezüglich Sicherheit direkt an und warte damit nicht “auf einen passenden Moment in der Zukunft”. Meine Tipps zum Vorbeugen:

Auch wenn manche Sachen offensichtlich scheinen, ist es besser, sich ein paar Minuten zu nehmen und den Ablauf zu klären. Auf ein paar unangenehme Erfahrungen, vor allem in 60 Metern oder höher hat schließlich keiner Lust, oder?

"Wie sag ich's richtig, wenn mir was nicht passt?"

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"Oben rechts ist eine Kante!" Álvaro spottet mich und gibt Tipps. Mir bringt die Kommunikation beim Klettern und Bouldern viel, ein anderer Kletterer lässt sich dadurch voll aus der Ruhe bringen. Deshalb ist es bei unbekannten Kletterpartnern besser vorher fragen, wie ihr das handhaben möchtet.

Beim Klettern und auf dem Boden gibt es Situationen, die manchmal mehr Feingefühl erfordern. Wichtig: Vorwürfe helfen meistens nicht, weil der andere dann blockiert.

Was besser hilft, ist euch sicher bekannt: Aus der Ich-Perspektive sprechen und sagen, dass euch der Störfaktor unangenehm ist, beunruhigt etc. und nach Lösungen suchen. Beispiele:

Die letzte Frage kann auch eine Brücke sein, weil manche Kletterer sich nicht trauen, von sich aus zu sagen, dass sie wieder hinunter möchten.

Fehler sind menschlich ... man muss daraus lernen

Kommunikation-beim-Klettern-Kletterer-und-Sicherungspartner
Sonnenschein und Spaß am Klettern - wenn alles passt. Fehler können jedoch immer passieren, wie Schlingen falsch eingehängt, bei langen Routen am Seilende den Knoten vergessen, das Seil falsch ins Sicherungsgerät eingehängt ... deshalb ist es wichtig, Fehler anzusprechen und dabei trotzdem respektvoll zu sein, damit der andere sich nicht vor den Kopf gestoßen fühlt und blockiert.

“Ich habe beim DAV zwei Scheine im Klettern gemacht, also versteh ich ja wohl was davon.”

Simone, eine Klettertrainerin aus Wien, hat uns einmal erzählt, wie furchtbar sie diese Einstellung findet. Für mich ist solch eine Antwort auf einen Hinweis bei einem Fehler eines Kletterers eine Verteidigungshaltung. Nicht immer können wir die Reaktion positiv beeinflussen, wenn wir einen Fehler bei einem Kletterer ansprechen.

Wir können dafür aber wenigstens die Voraussetzung schaffen, indem wir keinen Oberlehrer spielen (“Du machst das falsch!!”). Wir können nach dem Grund fragen, warum der Kletterer zum Beispiel die Expressschlinge so einhängt, wie er es macht und ihm erzählen, welches Risiko wir dabei sehen.

Fehler können wirklich jedem passieren. Es ist menschlich. Aber die Frage ist, was man daraus lernt.

Wenn du mal eine kritische Situation erlebt hast, wie zum Beispiel dass eine Expressschlinge sich geöffnet hat, ist es gut, diese Situation mit den Kletterfreunden zu teilen, damit alle davon lernen können und sensibilisiert sind.

Mein Fazit zur Kommunikation

Eine funktionierende Kommunikation beim Klettern ist immens wichtig, um Fehlern vorzubeugen und Erwartungshaltungen zu klären. Behalte im Hinterkopf, dass wir alle Menschen mit Emotionen sind.

Wir dürfen ansprechen, was uns stört oder wenn wir einen Fehler sehen. Das “Wie” beeinflusst entscheidend, was wir damit erreichen. Kommunizier also partnerorientiert und drück offen aus, wenn dir etwas unangenehm ist.

Hattest du auch schon mal unangenehme Situationen beim Klettern? Wie hast du diese angesprochen?

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10 Kommentare zu “Kommunikation beim Klettern: Wie direkt darf’s sein?”

  1. Mich hat mal beim Klettern jemand gesichert, der mir zu viel in der Gegend herumgeschaut und gequatscht hat und am Ende der Route mein „Zu!“ gar nicht wahrgenommen hat. Ich hab’s ihm danach gesagt aber ob’s tatsächlich ankam, weiß ich nicht. Mein Entschluss danach war, mich lieber von jemand anderem sichern zu lassen 🙂

  2. Als ich mit dem Klettern begonnen habe, habe ich noch in Katalonien gelebt. Dort habe ich mir dann auch einen katalanischen Kletterpartner gesucht. Das war doppelt schwierig: Einerseits, klare Begriffe definieren, andererseits mich in einer fremden Sprache zurechtzufinden. Hat aber irgendwie geklappt … 😉

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