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„Meine Stärke beim Klettern …“

Stefanie | 26. April 2015
2 Kommentare

“Ich finde, dass das den Reiz des Kletterns ausmacht, dass jeder Probleme auf seine Art löst und dass die Vielfalt der Anforderungen es jedem Kletterer erlaubt, seine individuellen Stärken auszuspielen”, schrieb Kathi mal unter einem unserer Artikel. Die individuellen Stärken ausspielen – ein sehr schöner Gedanke, um diesen soll es heute gehen.

Als ich mit dem Klettern angefangen habe, brachte ich nicht wirklich das mit, was man “gute Ausgangsbedingungen” nennen könnte.

Ich war sehr schmächtig, hatte kaum Kraft, dafür leichte Schwierigkeiten mit der Koordination an der Wand, meine Beweglichkeit war in Ordnung, brachte mir mit der fehlenden Körperspannung allerdings nicht viel.

Was hatte mir geholfen?

In kurzen Abständen mich Stück für Stück an meiner “Stamm-Bouldertraverse” vorzuarbeiten. Ganz am Anfang bekam ich gerade so drei Züge hin, nach einer Weile schon sieben. Irgendwann überwand ich die erste, dann die zweite Schlüsselstelle, bis ich die gesamte Traverse endlich schaffte. Das war ein richtiger Erfolg für mich!

Wahrscheinlich geht es vielen Kletteranfängern so. Manche stellen sich anfangs schon bewundernswert gut an, bei manchen braucht es eine Weile, bis es ein erstes “Klick” gibt.

Irgendwann brauchen wir uns dann nicht mehr mit den neuen Reizen beschäftigen, weil wir diese schon verinnerlicht haben. Über die Zeit merken wir dann, welche Art von Kletterei uns am besten gefällt, welche Anforderungen uns leichter fallen und welche schwerer.

Stärken ausbauen oder Schwächen verbessern?

Und hier stellt sich die zentrale Frage zu Kathis Aussage: Welche sind denn eigentlich meine individuellen Stärken beim Klettern?

Als ich das gelesen habe, dachte ich: “Gute Frage! Klar, manches klappt gut, aber ob das wirklich eine Stärke ist? Das habe ich mir nie so wirklich überlegt.”

Ich glaube, dass Fingerkraft in kleinen Löchern für sich oder in Verbindung mit hohen Tritten meine größte Stärke ist. Allerdings klettere ich nicht nur solche Routen, sondern auch die, die für mich mit ihren Anforderungen knifflig sind. Eine Herausforderung für mich ist nach wie vor das Klettern mit weiten Zügen und in langen Überhängen, wo eine kräftige Portion Ausdauer erforderlich ist.

Es gibt unterschiedliche Philosophien, sowohl im Klettern als auch im Persönlichen:

Welche ist besser als die andere?

 

042615_Madrid-2010-177_1
Anders als die löchrigen Genussrouten im Frankenjura, herausfordernd und wunderschöne Routen: Klettern in Cuenca.

 

Ich habe für mich den Mittelweg als die beste Lösung gefunden: Die Stärken weiter ausbauen, und mich bei meinen Schwächen zu fragen, ob eine kleine Verbesserung mir einen hohen Nutzen geben kann. Wenn das der Fall ist, arbeite ich an meiner Schwäche. Wenn ich dagegen sehe, dass der Aufwand in keinem Verhältnis zum Nutzen steht, oder wenn ich den Nutzen nicht brauche, dann lasse ich es bleiben.

Zum Beispiel hat es mir für Überhänge sehr viel gebracht, an meiner Kraft und Körperspannung zu arbeiten. Mir machen kurze Überhänge Spaß, und das wäre mir entgangen, hätte ich mich nur auf meine Stärke konzentriert.

Auch wenn ich mich heute nicht mehr als schwach bezeichnen würde, kann ich an meiner Kraft sicher mehr arbeiten. Noch mehr jedoch an der Ausdauer. Fokussiertes Training passt bis zu einem gewissen Punkt für mich. Gezielt auf pumpige Mehrseillängen-Touren hinzuarbeiten liegt jedoch nicht in meiner Absicht, weil ich lieber andere Routen klettere.

Die eigenen Stärken und Schwächen beim Klettern vergleichen

Was können weitere Stärken und Schwächen beim Klettern sein? Mir fallen spontan ein:

 

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Endlich oben! Reibungskletterei kann ganz schön Nerven kosten und gehört sicher nicht zu meinen Lieblingen beim Klettern. Dennoch tut es gut, für den eigenen Stil wieder andere Impulse zu bekommen. Und die wunderschöne Umgebung von La Pedriza lohnt sich allemal.

 

Welche Routen waren die größten Erfolge für dich? Wo hattest du das Gefühl, voll im Flow zu sein? Und umgekehrt, wo bewegst du dich außerhalb deiner Komfortzone? Was bremst dich aus?

Diese Fragen können helfen, wenn du, ähnlich wie ich, nicht auf Anhieb deine eigenen Stärken und Schwächen identifizieren kannst.

Mein Fazit

Ich persönlich glaube, dass es wichtig ist, für sich zu erkennen, wo die eigenen Stärken im Klettern sind – denn damit können wir unser volles Potenzial an der Wand leben.

Für die Schwächen hilft es, sich zu fragen, ob man mit einer kleinen Verbesserung einen hohen Nutzen erhält und ob es sich dann vielleicht nicht doch lohnt, etwas daran zu arbeiten. Manchmal tut es auch gut, sich außerhalb der Komfortzone zu bewegen und eine andere “Kletterschule” mit ihren eigenen Anforderungen zu erfahren, um diesen Impuls wieder für die eigene Kletterpraxis anzuwenden.

Ich bin auf deine Story gespannt! Was war dein größtes Erfolgserlebnis beim Klettern, was denkst du, wo liegen deine Stärken?

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2 Kommentare zu “„Meine Stärke beim Klettern …“”

  1. Schwer zu beantworten, habe ich mir noch nicht so überlegt. Ich glaube, dass ein großer Erfolg bei mir war viel durchhaltevermögen zu entwickeln, an einer Route lange zu arbeiten, und sie schließlich zu schaffen. Freunde haben dazu viel beigetragen.
    Ich glaube eine Stärke ist, mich nicht nur auf einige Lösung zu beschränken. wenn eine Lösung nicht funktioniert, suche ich nach einer anderen bis ich etwas finde, was für mich funktioniert.

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