Anleitung richtiger Kletterer
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[Video] So wirst du ein „richtiger“ Kletterer

Stefanie | 19. Juni 2016
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Erinnerst du dich daran, als du mit dem Klettern angefangen hast? Und an ein paar Spezialitäten, die nur bei Kletterern zu finden sind? Bei dieser witzigen Video-Parodie über Kletterer vom Climbing Magazine kam uns trotz übertriebenem Touch öfters der Gedanke "hey, stimmt ..."! Stefanie über die Kuriositäten aus dem Video und die Frage, inwieweit einige dieser Punkte auf uns zutreffen.

Krass, wie die sich anfeuern. Und (bei den chilenischen Kletterern, mit denen ich das Klettern angefangen habe) nicht gerade immer auf die feine Art. Den genauen Wortlaut will ich hier lieber nicht wiedergeben. Aber solang's hilft?

Warum sprechen die so detailliert über die Züge einer Route? Kennen die die Route auswendig?

Und warum greifen die beim Klettern in den Chalkbeutel, nur um dann das Chalk wieder wegzupusten und wieder in den Chalkbeutel zu greifen? Wo ist der Sinn?

Diese 3 Gedanken kamen mir jetzt gerade, als ich in meinen Erinnerungen an die Kletteranfänge gekramt hab. Mit der Zeit kamen weitere Kuriositäten dazu, an die ich wieder dachte, als ich die Video-Anleitung zum Felskletterer vom Climbing Magazine gesehen habe. Eine Parodie, bei der ich über die Absurdität mehr als einmal laut loslachen musste!

Falls du das Video noch nicht gesehen hast:

Wo steckt für mich ein Körnchen Wahrheit drin?

Als ich mit Carlos das Video gesehen hatte, haben wir uns danach gefragt, ob wir in gewissen Punkten auch so drauf sind. So eine Art Selbstreflexion.

Eher nicht, war das Resultat. Nur in ein paar Punkten. Nämlich:

Ausreden. Auch wenn wir mittlerweile mehr Sprachhygiene beim Klettern betreiben, schleichen sich Ausreden immer noch ein:

"Ich bin zu klein, du hast mehr Reichweite"
"Der Tag war heut anstrengend"
"Mir geht die Energie aus"
"Ich hab zu viel gegessen"
"Es riecht fies nach Pizza"
"Das ist eine völlig andere Kletterei"
"Meine Hände sind rutschig"
"Der Tritt ist völlig speckig"
...

Kennst du die auch?

Da stecken Aussagen drin, die ich auch nicht abstreiten will. Es ist aber dann eine Ausrede, wenn wir uns selbst weismachen, zwar zu wollen, aber genau aus diesem Grund nicht (weiter-)klettern zu können.

Das zweite, was wir auch nach Jahren noch gut nachvollziehen können: Pumpige Unterarme und empfindliche Hände am Tag nach dem Klettern.

Wenn selbst das Scrollen an einer Maus am Tag danach spürbar ist. Oder das Heben einer großen Teetasse. Eine gekochte, noch heiße Kartoffel schälen. Brrr.

Beim Anfeuern nehmen wir uns auch nicht raus. Was ich auch vollkommen okay finde. Manche Kletterer stört's. Bei manchen hilft's. Kommt natürlich drauf an, mit wem wir unterwegs sind. Den Fels schreien wir nicht zusammen (auch das gibt's). Aber Stille? Kommt vor, ist aber nicht die Regel.

Im Video überzogen, kommt aber tatsächlich vor

Ganz klar - immer die gleichen Fragen von Nicht-Kletterern.

Jemand, der nicht klettert, kann manchmal echt nicht nachvollziehen, warum wir klettern. Vor allem, wenn Angst im Spiel ist.

Oder der Punkt, dass nur ein Durchstieg zählt. Ja, wenn ich Routen in einem bestimmten Schwierigkeitsgrad nicht durchsteige, sage ich auch nicht, dass ich diesen Grad klettere.

Aber was ich krass finde ist, dass auch das Ausbouldern für manche ein No-Go ist. Wir haben einen Freund, der vor allem nach der Old-School klettert. Wenn er in einer Route stürzt, fängt er wieder von vorne an. Würde ich sicher nicht machen, schon gar nicht in einer Mehrseillängen-Tour.

Den Punkt mit dem Putzen fand ich ebenfalls witzig und wahr. Oft hilft es tatsächlich. Zum Beispiel an voll-gechalkten und staubigen Mini-Griffen und Tritten.

Ich glaub aber, dass es in ganz vielen Fällen trotzdem eine sehr mentale Sache ist. Auch nach zwei Minuten Schrubben ändert sich der Zug an der Route nicht. Aber Hauptsache es hilft dem, der klettert, denk ich mir, oder?

Kommt nicht direkt im Video vor, verhält sich für mich aber ähnlich: das Equipment fürs Klettern. Vieles ist hilfreich. Schuhe mit starker Vorspannung in einer Route mit Reibungskletterei sind definitiv keine gute Wahl. In einer steilen Route mit kleinen Tritten können sie dagegen einen Unterschied machen.

Abgesehen vom Sicherungs-Equipment - wenn aber die Schuhe, Klamotten etc. der Grund dafür sind, nicht richtig klettern zu können, dann denke ich immer an die Kletterer von früher.

Früher sind Kletterer einfach geklettert. Ohne hochentwickeltes Equiment. Und sie hatten trotzdem Spaß und haben beachtliche Routen geschafft.

Ich kenn einen Kletterer, der den Schuhen so eine hohe Bedeutung gibt, dass er in seinem "Kletter-Lebenslauf" und seiner Routenstatistik immer angibt, mit welchen Schuhen er die Route geklettert ist. Krass, oder?!

Vielleicht macht das Equipment einen Unterschied. Ich glaub aber, dass der stärkere Unterschied im Kopf und im Training liegt.

Fazit

Ich fand das Video echt klasse. Weil vieles einfach stimmt.

Klar, vieles ist auch überzogen.

Ich glaube mal eher nicht, dass die Mehrheit nur in der Halle duscht :-). Im Gegenteil. Dort sehe ich fast niemanden beim Duschen und komm mir manchmal fast spießig vor.

Oder genauso, dass man dann ein richtiger Kletterer ist, wenn man in einem Van lebt und nichts anderes kennt und macht als Klettern.

Witzig ist es trotzdem. Und für Kletteranfänger vielleicht auch eine Hilfe. 🙂

Was meinst du zum Video? Welche Punkte haben etwas Wahres?

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