Yoga nach dem Klettern: Was ist anders?
Stefanie | 16. August 2015
8 Kommentare
Wie geht’s dir nach dem Klettern? Fast zerstört oder noch bereit für ein paar Übungen, die dir viel bringen können? Yoga nach dem Klettern ist eine sehr gute Gelegenheit, dem Körper das zu geben, was er danach braucht. Doch was ist anders bei Yoga nach dem Klettern als bei Yoga im Kurs oder daheim auf der Matte? Lies hier, welche Unterschiede es gibt und wie du deine Yoga-Übungen nach dem Klettern zusammenstellen kannst.
Mit Yoga nach dem Klettern fing es mit ClimbingFlex an. Damals, als wir in Amberg unser Masterstudium absolvierten, und jede freie Minute entweder am Fels oder in der DAV-Halle Amberg verbrachten.
Während Carlos und unser Freund Chris, der Insidern auch als “El Frühstück” bekannt ist, bis zum letzten Moment kletterten, hörte ich meistens 1-2 Routen vorher auf und machte ein paar Yoga-Übungen. Das tat richtig gut! Die Schultern öffnen, die Beine dehnen, ein paar Rückbeugen und Seitenstreckungen, und ich fühlte mich fast wie neu.
Heute gehört Yoga nach dem Klettern auch bei Carlos fest dazu:
“Ich finde, das ist eine wichtige Brücke zwischen Klettern und aktiver Erholung der Muskeln. Bestimmte Yoga-Übungen geben mir einen sehr guten Ausgleich, so dass ich am nächsten Tag kein Ziehen mehr im Rücken oder in den Armen habe.”
Yoga nach dem Klettern: Kürzer als sonst

Die klassische Yogapraxis, die du auch in Studios findest, sieht meistens Einheiten zwischen 60 und 90 Minuten vor. Das ist schon mal ein großer Unterschied zu Yoga nach dem Klettern. Wenn es in der Kletterhalle einen Yoga-Kurs gibt, lassen sich solche Einheiten realisieren. Ansonsten halte ich diese Dauer für nicht notwendig – auch daheim auf der Matte nicht unbedingt.
Letztlich kommt es aus meiner Sicht vor allem auf die Qualität an, mit der wir die Yoga-Übungen ausführen.

Auch wenn wir zum Beispiel nur 20 oder 30 Minuten Yoga machen, können wir dafür sehr viel bekommen, wenn wir die Übungen sehr bewusst ausführen, auf den Atem achten und voll bei der Sache sind.
Deshalb denke ich, dass wir nach dem Klettern selbst mit einer kurzen Dauer von 10-15 Minuten bereits Übungen machen können, die uns einen sehr guten Ausgleich geben. Die optimale Dauer ist sicher individuell und kann bei jedem anders aussehen. Dennoch: Besser etwas kürzer üben und dabei sein, als gar nichts zu machen.
Achtsamkeit: Was tut mir nach dem Klettern gut? Was nicht?
Jeder Körper ist anders. Deshalb kann es passieren, dass dir etwas gut tut, was für den Kletterfreund überhaupt nichts ist. Die entscheidende Frage lautet:
Welche Körperpartien brauchen jetzt einen Ausgleich zum Klettern?

Die Antwort auf diese Frage bestimmt, welche Übungen du dir am besten herauspickst. Es geht also darum, dem Körper zuzuhören, etwas auszuprobieren und in dieser Übung weiter zu beobachten, wie der Körper antwortet.
Im Yoga geht es generell immer darum, dem Körper zuzuhören und präsent zu sein. Nach dem Klettern ist das jedoch noch wichtiger, weil der Körper aufgewärmt ist und manche Dehnung gut funktioniert – manchmal zu gut.
Gerade dann ist es wichtig, rechtzeitig die Grenze zu ziehen: Wie weit kann ich noch in die Dehnung gehen, wo sollte besser Schluss sein?
Allerdings tut nicht jede Yoga-Übung nach dem Klettern gut, die wir sonst problemlos machen können. Nach dem Klettern wirst du an einigen Körperteilen merken, dass du etwas gemacht hast. Yoga-Übungen, die genau diese Körperteile weiter fordern, wirken hier kontraproduktiv.
Für Kletterer heißt das: Pass auf mit Handgelenken, Schultern und Rücken. Nach dem Klettern vermeide ich immer Übungen wie Bretthaltungen, Arm-Balancen, und lasse bei Standhaltungen meistens auch die Arme unten, um die Schultern zu entspannen.
Yoga nach dem Klettern - auf den Punkt gebracht
Yoga nach dem Klettern ist für mich eine kürzere und noch gezieltere Übungspraxis als sonst.
Der Schlüssel zu den Übungen liegt in der Frage, was der Körper jetzt am meisten braucht. Diese Frage ist für mich auch in der gängigen Übungspraxis wichtig.
Nach dem Klettern spielt sie aber eine noch größere Rolle, weil wir uns ausgepowert haben und unser Körper beansprucht wurde. Manche Yoga-Übungen funktionieren nach dem Klettern sehr gut, andere weniger gut. Deshalb ist es wichtig, mit der Aufmerksamkeit dabei zu bleiben und die Übungen bei Bedarf anzupassen.
Übernächste Woche zeige ich dir, wie du dir eine einfache Sequenz nach dem Klettern selbst zusammenstellen könnt. Wenn du bis dahin selbst aktiv werden möchtet und Beispielsequenzen ausprobieren möchtet: Yoga nach dem Klettern ist das Thema des Monats bei uns im Videotraining.
Frage an dich für meinen nächsten Artikel: Wo meldet sich dein Körper meistens nach dem Klettern und Bouldern?
uurrrggghhh..aus dieser position würde ich nie mehr raus kommen
Hey Marion, du meinst die Boulder-Position oder? Die Yoga-Position könnte vielleicht sogar angenehm sein 🙂
aus manchen situationen ists eh schwer rauszukommen 🙂
Kein Problem, wahrscheinlich würdest Du gar nicht erst mal hineinkommen. 🙂 CU
hahaha..albi da hast vermutlich recht
Das ist ja ganz interessant. Schaut rein Daniela Dragan, Lena Le, Nina Hertel. Bin gespannt auf dem nächsten Teil.
Nacken , Hals