3 W-Fragen Klettern, Klettern in Yosemite
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Die 3 W-Fragen beim Klettern

Nima Ashoff | 11. Februar 2017
2 Kommentare

Auf meinen Roadtrip durch Europa lerne ich immer wieder Kletterer kennen, mit denen sich persönliche Gespräche ergeben. Dabei stelle ich fest, dass das Thema Angst im Grunde bei jedem dazugehört, bei dem einem mehr, bei dem anderen weniger. Und auch ich selber werde immer wieder mit meinen Ängsten konfrontiert. Sie begleiten mich an jedem Klettertag.

Die folgenden Fragen helfen mir dabei Klarheit und Sicherheit zu gewinnen, wenn der Kopf mal wieder streikt.

Sie dienen aber auch meiner Motivation, wenn diese mal wieder in den untersten Bereich des Kellers gerutscht ist.

Nach einer Herausforderung: die erste der 3 W-Fragen

Das kennst du bestimmt: Du hängst mitten in einer Route und bekommst es mit der Angst zu tun. Die Beine zittern wie Espenlaub, die Atmung ist flach und alle Muskeln sind total angespannt.

Spätestens da frage ich mich:

„Wozu mache ich das hier eigentlich?“

Wenn ich dann wieder auf festem Boden stehe und sich die Nerven beruhigt haben, stelle ich mir diese Frage noch einmal.

Warum mache ich das?

Wozu tue ich mir den Stress an, immer wieder an meine mentalen Grenzen zu stoßen?
Ich könnte ja auch Synchronschwimmen machen, Tischtennis spielen oder irgendeiner anderen Sportart nachgehen, die weniger herausfordernd für mich ist.

Nein, ich habe mich fürs Klettern entschieden, aber warum? Die Antwort auf diese Frage ruft mir deutlich in Erinnerung, was ich an diesem Sport so faszinierend finde. Und siehe da, die mentale Herausforderung gehört – neben weiteren Apsekten – dazu!

Je konkreter ich die Frage nach dem „Warum“ beantworte, umso besser kann ich mich motivieren, weiterzumachen.

Boulder-Sitzstart
Wenn's zu einfach wäre, würde es keinen Spaß machen! Die Herausforderung und das Austüfteln gehören für mich zum Klettern dazu.

Tipp:

Wenn du beim Klettern Angst bekommst, dann versuch es doch mal mit dieser Übung:

Denke nicht: „Ich habe Angst“, sondern „Ich bin aufgeregt“ oder „Ich bin hoch aufmerksam“.

Indem du dein Gefühl als etwas Gutes wahrnimmst, schaffst du einen anderen Kontext und senkst deinen Widerstand dagegen. Aus einer möglichen Gefahr wird somit eine Herausforderung!

Das Ziel der zweiten W-Frage: einen Weg finden

Nachdem ich mir also meine Motivation in Erinnerung gerufen habe, folgt nun der nächste Schritt und zwar mit der Frage nach dem Wie.

Wenn es an einigen Stellen beim Klettern hapert, ist das kein Weltuntergang. Ich habe immer die Möglichkeit, mich zu entwickeln.

Angstfrei klettern 6a
Mit der Höhe habe ich oft Probleme. Die Frage nach dem Wie hilft mir aber, immer wieder neue Sachen auszuprobieren, um einen Schritt weiter in Richtung Ziel zu kommen. Mehr Kraft und Technik wirken sich nicht nur aufs Klettern, sondern auch auf den Kopf aus.

Mit der Frage nach dem Wie geht es nun also tiefer ins Detail.

Wie kannst du das, was dir beim Klettern wichtig ist, erreichen? Wie kannst du deine Angst in Aktion umwandeln?

Tipp:

Setze dir möglichst Ziele, die zwar herausfordernd, aber nicht abschreckend sind.

Je größer nämlich ein Ziel ist, umso mehr inneren Widerstand kann es erzeugen. Indem du kleinschrittig vorgehst, sammelst du Erfolgserlebnisse und stärkst dein Selbstvertrauen. Und auch viele kleine Ziele führen zu einem großen!

An die Umsetzung mit der dritten W-Frage

Nachdem ich das Warum und das Wie geklärt habe, bleibt noch eine Frage offen, die nach dem Was.

Eine gute Vorbereitung eines Klettertags ist für mich sehr wichtig.

Beim Klettern brauche ich etwas Vernünftiges zu essen, damit ich nicht unterzuckere und/oder schlechte Laune bekomme. Ich lege Wert auf eine entspannte Atmosphäre und halte mich von Personen fern, die mich stressen. Ich brauche einen Sicherungspartner, der mit mir Geduld hat.

Und manchmal benötige ich einfach auch eine Pause vom Klettern, damit die Lust darauf wieder entstehen kann.

Meditieren mit Blick aufs Meer
Einfach hinsitzen und aufs Meer blicken tut so gut! Trubel und Menschenmassen mag ich gar nicht und sind Stress für mich. Das wirkt sich natürlich aufs Klettern aus.

Fazit

Du siehst, dass diese drei kleinen Fragen eine Menge Potenzial mit sich bringen. Sie können dir helfen, den inneren Knoten wieder zu lösen.

Vielleicht hast du gar keine richtige Lust mehr zum Klettern und mache es nur noch deinem Freund zuliebe? Vielleicht willst du unbedingt stärker werden, setzt dich aber viel zu sehr unter Druck? Oder vielleicht achtest du zu wenig darauf, dir beim Klettern Gutes zu tun?

Bei den Antworten auf die drei Fragen gibt es kein Richtig oder Falsch. Es geht nur um dich und darum herauszufinden, was dir guttut – am Fels und auch sonst!

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2 Kommentare zu “Die 3 W-Fragen beim Klettern

  1. Das Warum habe ich mich auch schon oft gefragt, Nima. Die bewusste Antwort darauf (und es eben nicht nur im leeren Raum stehen zu lassen) finde ich wichtig, weil es nur so was bringt und dich an deinen tiefsten Grund fürs Klettern erinnert.
    Das gilt auch für die anderen Fragen. Sie sind klar, auf den ersten Blick fast zu leicht, dafür sehr wirkungsvoll, wenn man der Sache auf den Grund geht und es dann auch wirklich macht. Die 3 Fragen geben einen einfachen Rahmen vor, der leicht umzusetzen ist. Komplizierte Sachen mag ich nicht, die mache ich dann 2 Mal und das war’s.
    Danke fürs Teilen, eine sehr gute Erinnerung nicht nur fürs Klettern, sondern auch für herausfordernde Projekte und Ziele!

    1. Hey Stefanie,
      sehr gerne 🙂 Beim Klettern wie auch in anderen Lebensbereichen halte ich es gerne nach dem „keep it simple“ Prinzip. Erst gestern habe ich wieder am Fels rumgezittert, allerdings mehr vor Kälte als vor Angst. In diesem Fall hat die Warum-Frage gelautet: „Warum habe ich mich nur so dünn angezogen?“. Beim nächsten Mal bin ich schlauer 😉

      Liebe Grüße

      Nima

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