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Warum Meditation für Kletterer nicht mystisch sein muss

Stefanie | 24. April 2016
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Meditation? Naja. Etwas mystisch, nur so dazusitzen. Braucht man nicht. Wenn deine Meinung auch in die Richtung geht, könnte dieser Artikel deine Ansicht etwas ändern. Was Meditation für Kletterer bringt und warum es nicht automatisch mystisch sein muss.

Nima hat schon einmal einen Artikel zu Meditation für Kletterer geschrieben. Heute erzähl ich dir meine Gedanken dazu, weil ich glaube, dass das besonders für Kletterer ein Thema ist, das weit unterschätzt ist.

Meditation hat, ähnlich wie Yoga früher, in vielen Kreisen ein mystisches Image. Auch oder vor allem bei Kletterern. Aber auch in unserer Gesellschaft, in der viel produziert und geleistet wird. Nichts gegen Aktivität, Gestaltung, Leistung. Ich selbst bin ein Produktivitäts-Freak. Den Artikel schreibe ich gerade mit meiner Lieblings-Pomodoro-App.

Auf der anderen Seite bin ich der Meinung, dass niemand permanent auf 100% laufen kann. Wenn das Leistungsniveau konstant ist, dann ist es nicht besonders hoch.

Genau das ist der Grund, warum ich glaube, dass Meditation uns Kletterern bei einer ganz entscheidenden Sache helfen kann.

Meditation: Was soll's denn bringen?

Gleich auf den Punkt gebracht:

Meditation hilft, sich der Gedanken bewusst zu werden. Und die Gedanken mehr in die Richtung zu lenken, die uns hilfreich sind.

Hilfreich heißt für mich vor allem:

So 60.000 Gedanken sollen wir pro Tag haben, habe ich vor kurzem mal gelesen. Ziemlich krass, oder?? Im Yoga-3×3 für Kletterer habe ich das ja auch thematisiert, dass wir ziemlich viel denken und sagen, darunter auch viel, was unsere Energie anzapft und uns sicher nicht weiterbringt. Und zwar manchmal auch ohne, dass wir es merken. Aber so eine Zahl von 60.000 Gedanken pro Tag zu lesen ist nochmal etwas, das mich etwas nachdenklich gemacht hat.

Wenn wir mehr Gedankenhygiene betreiben, haben wir einen großen Einfluss auf:

Dann sind dann noch die äußeren Einflüsse und dass alles heute so schnell geht. Praktisch einerseits. Andererseits bedeutet das oft Überforderung für unser Gehirn, das sich nicht in der gleichen Geschwindigkeit weiterentwickelt hat wie die Technik. Hier ein schönes Bild dazu:

Meditation-ist-so-etwas-wie-ein-Abtauchen-unter-die-Meeresoberfläche-von-einem-stürmischen-Ozean-um-sich-wieder-zu-re-fokusieren

Wie geht Meditation?

Ich erinnere mich an die 30-minütigen Meditationen in der Yogalehrer-Ausbildung, die manchmal echt eine Herausforderung waren. Für mich haben sie nicht immer den Zweck erfüllt, den sie erfüllen sollten.

Deswegen empfehle ich dir, etwas herum zu experimentieren. Es gibt viele verschiedene Formen, wenn dunach Meditation googelst.

Meditation ist nicht nur Rumsitzen und Om-Singen, auf eine Kerze starren. Das kann eine Form sein, muss aber nicht. Ganz grob beschrieben besteht Meditation aus einer bestimmten Zeitspanne, in der wir uns auf etwas konzentrieren, zum Beispiel auf:

Das müssen keine 30 Minuten sein. Das können auch nur 5 Minuten sein. Je mehr Übung du hast, desto schneller kommst du in den Zustand, in dem es dir auch wirklich etwas bringt. Mit wenig Übung springen die Gedanken oftmals wie ein wilder Affe hin und her. Dann hilft es vielen, durch eine Meditation geführt zu werden.

Du kannst das Ganze auch im Liegen machen. Allerdings kann’s dir dann unter Umständen passieren, dass du einschläfst. Ist nicht schlimm, weil der Körper sich immer das nimmt, was er gerade braucht. Allerdings bringt’s dann nichts für die Schärfung der Konzentration.

Meditation-Golden
Einmal tief durchatmen! Dieser Boulder bei Los Golden, Chile, war ganz schön knackig. 100% Fokus erforderlich.

Klettern als Form der Meditation

Auch in Bewegung kannst du meditieren, z.B. beim Laufen. Für mich ist auch Klettern eine Form der Meditation, wenn ich im Flow bin.

Meditation heißt für mich nämlich nicht nur zum Beobachter der Gedanken zu werden, sondern auch wirklich präsent zu sein. Konzentriert.

Um beim Klettern in den Flow zu kommen, ist es aus meiner Sicht aber hilfreich, auch im Alltag die “Gedanken- und Energiekontrolle” zu praktizieren, um mal ein anderes Wort für Meditation zu verwenden.

Alles, was wir oft machen, prägt sich ein und kann von uns leichter abgerufen werden, wenn wir es brauchen.

Auf in die Umsetzung

Beobachte mal, welche Gedanken dir beim Klettern und vor allem davor durch den Kopf gehen. Wenn du an einem Tag mehr schafft als sonst: Was geht dir dann durch den Kopf? Wie fühlst du dich?

Genauso umgekehrt: Was denkst du so, wenn beim Klettern nicht viel geht? Wo ging Energie verloren, die du fürs Klettern hättest brauchen können?

Es geht im ersten Schritt darum, bewusster zu werden, was beim Klettern so passiert. Dann hast du die Möglichkeit, darauf Einfluss zu nehmen.

Such dir für das Kopftraining zuhause ein nicht zu langes Audio, das dir zusagt und mit dem du eine Meditation mal ausprobieren willst. Wenn das nicht auf Anhieb klappen sollte, schau weiter. Manchmal braucht man eine Zeit, um das Passende zu finden. Und dann probier das mal über einen Zeitraum von z.B. 5 oder 10 Tagen aus.

Mein Fazit

Meditation kann – wie Yoga und vieles mehr – unterschiedlich praktiziert werden. Weil manche Leute dem Ganzen vielleicht einen etwas mystischen Touch gegeben haben, heißt das für mich nicht, es genau so machen zu müssen oder ansonsten auf die Vorteile zu verzichten.

Es muss nicht lange dauern, auch 5 Minuten können schon einen echten Unterschied im Kopf machen. Wichtig finde ich vor allem, sich nicht von irgendwelchen Normen einschränken zu lassen á la “es muss aber 20 Minuten dauern, sonst bringt’s nichts!”. Sondern wirklich herausfinden, was für einen selbst funktioniert.

Ich habe für dich im Member-Bereich mal eine Baum-Meditation aufgenommen. Demnächst habe ich vor, das Thema Kopf und mentale Stärke mehr einzubringen. Wenn du dazu Vorschläge machen willst, gerne her damit in die Kommentare oder auf Facebook. Ich freue mich natürlich auch über Kommentare, Fragen oder Anregungen von dir!

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