Evolution Trainingsboard
ClimbingFlex Ilustration

Produkttest Evolution Trainingsboard: Was hat’s gebracht?

Stefanie | 17. April 2016
12 Kommentare

[Dieser Artikel enthält Werbung]

Nachdem wir dir erzählt haben, wie wir das Evolution Trainingsboard 62 x 26 cm an unserer selbstentworfenen Konstruktion montiert haben und welche Yoga-Übungen wir zum Aufwärmen hilfreich finden, gibt’s heute endlich einen Testbericht für dich. Und: Bringt’s wirklich so viel fürs Klettern?

Trainingsboard … naja.

Wenn du andere Artikel zum Klettertraining hier auf dem Blog gelesen hast, weißt du, dass ich früher wirklich nicht auf Training stand. Auch meine Begeisterung für Trainingsboard hielt sich ziemlich in Grenzen. Ich dachte immer, dass ich mir da viel zu schnell die Finger oder Schultern kaputt machen würde. Deshalb habe ich es nie in Betracht gezogen, mir ein Trainingsboard anzuschaffen.

Offen für einen Produkttest bin ich trotzdem. Vielleicht bringt’s ja doch was und macht Spaß? dachte ich mir. Soweit die Vorgeschichte zum Board.

Jetzt zum Board selbst und ob meine Finger und Schultern noch heil sind.

Das Evolution Trainingsboard: eine Kurzbeschreibung

Der erste gute und für mich wichtigste Punkt: Es gibt eine große Anzahl von relativ großen Griffmöglichkeiten. Das ist ein echtes Plus. Klar, das sieht man auf der Abbildung. Aber in echt war ich dann doch positiv überrascht, dass ich mich so gut in die Griffe reinhängen kann.

Hätte es hauptsächlich 2-Finger-Löcher gehabt, hätte ich es wahrscheinlich nach der ersten Euphorie (Dauer: 15 Minuten?) nicht mehr genutzt. Zu hart, wäre das Fazit gewesen.

Ganz klar: Auch mit dem Board Evolution kann man das Training sehr fordernd gestalten. Aber man kann dank der großen Henkel ganz oben eben sehr gut anfangen und die Kraft schnell steigern, gerade wenn man erst einmal nicht so viel Kraft hat.

Das Board hat zwei Sloper, die nicht fehlen dürften, meint Carlos.

Ich selbst finde die Sloper auch gut. Wir haben sie zum statischen Dranhängen und vor allem für versetzte Klimmzüge genutzt, bei denen eine Hand zum Beispiel an einem größeren Griff und die andere Hand am Sloper ist. Carlos meint, dass er gerne noch mehr und größere Sloper am Board sehen würde. Ja, vielleicht. Für mich passt das ganz gut soweit. Kommt halt immer drauf an, was man mit dem Board erreichen möchte.

Evolution-Trainingsboard-Fazit
Hier noch einmal bildlich, wo welche Griffe sind. Wie gesagt, auf der Abbildung kommt es glaube ich gar nicht so gut rüber, was für Henkel das sind. Also echt super für euch, wenn ihr wie ich gerne "mehr in der Hand habt".

Jetzt nochmal zu den Fingern. Fingerlöcher sind schon dabei; die weisen aber eine recht dankbare Größe auf. Je nach Handgröße passen drei (bei mir) oder zwei Finger in die Fingerlöcher in der Mitte des Boards rein. Wer also achtsam Fingerkraft aufbauen möchte, kommt hier auf seine Kosten. Ich persönlich nutze die Fingerlöcher noch nicht so.

Oder die zwei Leisten am unteren Teil des Boards. Die haben wir nur mal spielerisch, aber noch nicht ernsthaft genutzt. Diese Leisten könnten unserer Meinung nach mehr Tiefe aufweisen, weil hier nur das zweite und dritte, oder sogar nur das dritte Fingerglied hineinpassen. Hier muss man auf jeden Fall viel Fingerkraft haben, um daran verletzungsfrei zu trainieren. Im Vergleich zu den anderen Griffen am Board sind diese Leisten unserer Ansicht nach die Griffe mit der größten Herausforderung.

Wie haben wir das Evolution Trainingsboard genutzt?

Evolution-Trainingsboard-Stefanie
Mehr ein Gag, kein Dauerplatz: Als wir das Board aus Platzgründen aus dem Yoga-Bereich geschafft haben, dachte ich mir, dass man so auch gut die Zeit in der Küche nutzen kann.

Über einen Zeitraum von etwa sieben Wochen haben wir nicht täglich, aber mindestens jeden zweiten Tag eine kurze Einheit am Board gemacht.

Angefangen haben wir nach ein paar Aufwärmübungen mit 10 gestützten Klimmzügen, d.h. mit einem Fuß auf der Fensterbank abgestützt und mit den Händen an den zwei großen Griffen neben den Montageschrauben. Nach einer kurzen Pause und Ausgleichshaltungen für die Arme haben wir anfangs wieder mit einem Set von 10 gestützten Klimmzügen weitergemacht.

Wenn es dir wie mir geht, dass du kein Kraftprotz bist: Dieser Anfang bringt dir 1000 Mal mehr, als sich gleich komplett ans Board zu hängen und Klimmzüge zu machen.

Später haben wir freie Klimmzüge gemacht: Carlos hat mit 10 angefangen und nach einer Zeit auf kontrollierte 15 gesteigert. Bewundernswert! Ich habe am Anfang gerade mal 5 geschafft, und den 5. auch nur noch gerade so. Mittlerweile bin ich bei kontrollierten 7.

Die wichtige Frage: Was hat's gebracht?

Wir haben deutlich gesehen, dass der Körper schnell die Reize aufnimmt, wenn man es nicht übertreibt. Hier die eigene Grenze zu kennen, ist echt wichtig. Deshalb waren die gestützten Klimmzüge und vor allem die großen Griffe aus meiner Sicht so wertvoll.

Ich würde jetzt nicht so weit gehen und pauschal sagen, dass das Training am Board einen zum nächsten Schwierigkeitsgrad bringt, weil da viel mehr Faktoren eine Rolle spielen.

Aber: Beim Bouldern haben wir beide gemerkt, dass es viel gebracht hat, um bei bestimmten Problemen kontrollierter zu blockieren und um mit mehr Körperspannung zu klettern. Beim Klettern merkt man den Unterschied natürlich auch. Aber gerade bei kräftigen Boulderproblemen wird der Effekt noch stärker.

Manche Boulder-Probleme sind sehr fordernd, und meiner Meinung nach auch ungesund, wenn man nicht vorbereitet ist. Um verletzungsfrei zu bleiben, finde ich es sehr wichtig, regelmäßig etwas für mehr Kraft zu machen und wie gesagt auch zu wissen, wann besser Schluss ist. Das Trainingsboard gibt eine sehr gute Möglichkeit, um in sehr kurzen Abständen, und ohne es gleich zu übertreiben, mehr Kraft aufzubauen.

Noch eine Sache zum Schluss: die Schultern. Bei statischem Hängen sehe ich weniger eine Herausforderung als bei Klimmzügen. Meine Schultern sind heil (und hoffentlich bleiben sie es auch), aber ich habe gemerkt, dass hier ausgleichende und stärkende Übungen für den gesamten Schultergürtel wichtig sind.

Deswegen schnappe ich mir danach mein Theraband, wickle es um einen Türgriff und ziehe ein Ende vom Band in die andere Richtung, so dass sich nur der Unterarm bewegt. Falls sich das jetzt etwas kompliziert anhört: Hier habe ich vor einiger Zeit mal einige Übungen für die Schultern mit dem Theraband vorgestellt und wie du Yoga-Übungen für deine Schultern anpassen könnt.

Mein Fazit & Wissenswertes

Auch wenn ich gerade kein Training mit systematischer Steigerung mache, habe ich gemerkt, dass mir die bisherigen Routinen sehr viel gebracht haben. Für mein Ziel, kontrollierter zu blockieren und mehr Kraft aufzubauen, ist das Evolution Trainingsboard super geeignet. Ich würde es jedem von euch empfehlen, der mit dem Gedanken spielt, sich ein Board zu holen und mehr an großen Griffen als an Fingerlöchern und Slopern interessiert ist.

Das Board bekommst du bei dein-Klettershop.de, wo es auch interessante Artikel gibt, zum Beispiel Infos zur Montage und Tipps zum Training. Dort auf der Trainingsboard & Campusleisten Übersichtsseite findest du auch andere Boards und Produkte aus dem Sortiment; vielleicht ist das Trainingsboard BIG 64 x 22 cm auch für dich interessant. Ich jedenfalls bleib erst einmal weiter beim Evolution Board und den großen Griffen dran.

Soviel zum Test vom Trainingsboard. In den nächsten Tagen kommt noch ein Video dazu. Wenn du irgendwelche Fragen hast oder deine eigenen Erfahrungen teilen möchtest, her damit in die Kommentare.

Ähnliche Beiträge

12 Kommentare zu “Produkttest Evolution Trainingsboard: Was hat’s gebracht?

  1. Ich nutze mein Trainingsboard ganz anders. Zu dem Thema habe ich einen Blogeintrag gelesen, der auch einen grundsätzlich anderen Ansatz verfolgt: rein statisches Hängen zum Aufbau und Gewöhnung der Sehnen an kleine Leisten, schlechte Griffe etc. Mein Training sieht so aus, dass ich mit Stopuhr mehrere reine Häng-Sets an zunehmend schlechten Griffen mache (näheres dazu hier: http://climbingfortherestofus.blogspot.de/2012/08/hangboard-training-for-average-climbers.html?m=1)

    Mache das jetzt seit ein paar Wochen und merke eine deutliche Verbesserung beim Anfassen kleiner Griffe! Vorher wusste ich oft garnicht, wie ich die eigentlich anfassen soll – aber jetzt ist zunehmend Gewöhnung und auch Kraft dafür vorhanden 🙂

    1. Hey Felix, stimmt das statische Hängen passt auch gut für Sloper. Und cool, dass du den Unterschied merkst. Hängst du dich an kleine Leisten komplett dran? Im Artikel stehen da ja unterschiedliche Zeiten. Danke auch fürs Teilen, da stehen einige echt interessante Punkte drin. Besonders gut ist v.a. der Punkt, den „normalen“ Kletterer anzusprechen und nicht irgendwelche durchtrainierte Wettkampfkletterer, die ja doch ganz anders drauf sind.

    2. Climbingflex Jep, ich häng auch an den ganz kleinen Leisten dran – allerdings mit offenen Fingern, nicht aufgestellt. Am Anfang ging das garnicht, ich wusste nicht mal, wie ich die am besten halte. Aber mittlerweile sind 3 Hängsätze zu je 10 Sekunden an den vordersten Fingergliedern kein Problem mehr. Wichtig ist dabei halt, Schultern und Ellbogen nicht komplett auszuhängen. Ich hab allerdings auch das Metolius Simulator 3D, da sind die Leisten vielleicht freundlicher als bei Eurem Board.

  2. Ich nutze mein Trainingsboard ganz anders. Zu dem Thema habe ich einen Blogeintrag gelesen, der auch einen grundsätzlich anderen Ansatz verfolgt: rein statisches Hängen zum Aufbau und Gewöhnung der Sehnen an kleine Leisten, schlechte Griffe etc. Mein Training sieht so aus, dass ich mit Stopuhr mehrere reine Häng-Sets an zunehmend schlechten Griffen mache (näheres dazu hier: http://climbingfortherestofus.blogspot.de/2012/08/hangboard-training-for-average-climbers.html?m=1)

    Mache das jetzt seit ein paar Wochen und merke eine deutliche Verbesserung beim Anfassen kleiner Griffe! Vorher wusste ich oft garnicht, wie ich die eigentlich anfassen soll – aber jetzt ist zunehmend Gewöhnung und auch Kraft dafür vorhanden 🙂
    Laut Blogartikel sieht man die Effekte erst nach mehreren Monaten regelmäßigen Trainings.

    1. Hey Felix, stimmt das statische Hängen passt auch gut für Sloper. Und cool, dass du den Unterschied merkst. Hängst du dich an kleine Leisten komplett dran? Im Artikel stehen da ja unterschiedliche Zeiten. Danke auch fürs Teilen, da stehen einige echt interessante Punkte drin. Besonders gut ist v.a. der Punkt, den „normalen“ Kletterer anzusprechen und nicht irgendwelche durchtrainierte Wettkampfkletterer, die ja doch ganz anders drauf sind.

    2. Climbingflex Jep, ich häng auch an den ganz kleinen Leisten dran – allerdings mit offenen Fingern, nicht aufgestellt. Am Anfang ging das garnicht, ich wusste nicht mal, wie ich die am besten halte. Aber mittlerweile sind 3 Hängsätze zu je 10 Sekunden an den vordersten Fingergliedern kein Problem mehr. Wichtig ist dabei halt, Schultern und Ellbogen nicht komplett auszuhängen. Ich hab allerdings auch das Metolius Simulator 3D, da sind die Leisten vielleicht freundlicher als bei Eurem Board.

    3. Die gleiche Erfahrung wie Felix Triac habe ich auch gemacht… Ich fand, es half vor allem, ruhiger an kleinen Griffen zu hängen und auch deutlich entspannter zu clippen. Ich habe allerdings auch fast ausschließlich Hängeübungen gemacht. Inzwischen verwende ich es allerdings kaum noch. Das Verletzungsrisiko ist sehr hoch und letztendlich bringt es im Bereich bis in den achten UIAA-Grad viel mehr, Technik, Körperspannung, das richtige Stehen und den Kopf zu trainineren, anstatt noch mehr Fingerkraft…

    4. ulligunde stimmt, man muss schon aufpassen. Technik & Co. finden wir als Fokus auch wichtiger, weil man sich da viel von der Kraft sparen kann und ganzheitlicher klettert, als sich nur mit Kraft, dafür stocksteif oder blockiert hochzuziehen. Andererseits kommt es immer auf die individuelle Situation an … und da haben wir das Board im – für uns vernünftigen Maß – als sehr hilfreich in Bezug auf Kraft/pumpige Züge erfahren. Wie trainierst du Technik?

    5. Climbingflex Puh, schwere Frage. Zum einen projektiere ich Touren über meinem Limit, wo ich neue Bewegungen lernen muss, zum anderen achte ich speziell bei den Aufwärmtouren auf bestimmte Dinge – mal aufs Eindrehen, mal aufs präzise Stehen, mal aufs dynamisch/rasche Klettern. Und ich schaue gerne anderen (besseren) kletterern zu und beobachte, wie sie sich bewegen. Aber ich trainiere momentan eigentlich nur den Kopf, das allein sorgt bei mir schon für große Fortschritte.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.